Mit dem Anhänger im Winter unterwegs

Welche Herausforderungen birgt ein Gespann in der kalten Jahreszeit?
Mit dem Anhänger im Winter unterwegs

Wer einmal die Vorzüge eines Anhängers zu schätzen hat, möchte auch in der kalten Jahreszeit nicht mehr auf die praktische Transporthilfe auskommen. Worauf müssen Sie achten, wenn Sie mit dem Anhänger durch Eis und Schnee fahren?

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Worauf man in diesen Fällen in besonderem Maße Acht zu geben ist, teilt Daniel Korn mit, Sprecher von Bertelshofer, einem der größten deutschen Anbieter von Anhängerkupplungen und Transportzubehör. „Eine der häufigsten Fragen ist die nach einer Winterreifenpflicht bei Anhängern. Diese gilt bei entsprechender Witterung nur für das Zugfahrzeug. Allerdings sorgen M+S-Reifen bei Schneefall auch am Trailer für deutlich mehr Sicherheit, da dessen Spurtreue beim Bremsen und bei der Fahrt durch Kurven hierdurch verbessert wird.“ Grundsätzlich ist es ratsam, mit einem Anhänger im Winter wesentlich vorsichtiger zu fahren, da ein Gespann rascher ausbricht. „Gerade bei schwer beladenen Anhängern sollte es der Fahrer im Winter also piano angehen lassen“, so Korn weiter. Ein wichtiger Punkt für die Fahrstabilität gehe von der Platzierung der Ladung aus, die möglichst gleichmäßig entlang der Längsachse und mit tiefem Schwerpunkt verteilt und entsprechenden gesichert sein sollte.

Umpacken hilft, das Gespann wieder flott zu bekommen

Hat man sich mit dem Anhänger im Schnee erst einmal festgefahren, kann es bei einachsigen Anhängern von Vorteil sein, die schwersten Güter zunächst einmal umzupacken. Bei Zugfahrzeugen mit Vorderradantrieb werden diese am besten hinter der Trailerachse verstaut. So kann die Stützlast gesenkt werden, wodurch die Vorderachse stärker belastet wird und die Traktion steigt. Bei Hecktrieblern wiederum ist eine temporäre Steigerung der Stützlast anzustreben, um die angetriebene Hinterachse kräftiger auf den Untergrund zu drücken. Allerdings sollte die ursprüngliche Beladungssituation so schnell wie möglich wiederhergestellt werden, sobald sicheres Terrain unter den Rädern ist. Hier sollte der Fahrer vom Gespann seinen inneren Schweinehund übergehen und auch bei ungemütlicher Witterung aussteigen und für eine korrekte Ladungsverteilung auf dem Hänger sorgen. Ideal ist natürlich ein kraftvolles Zugfahrzeug mit Allradantrieb wie etwa ein Pickup oder ein SUV.

Schneeketten für den Anhänger? Nur zu!

Wer im Winter mit dem Anhänger auf vereisten Flächen Schwierigkeiten hat anzufahren, der sollte etwas vom seit Generationen bewährten Sand vor den Antriebsrädern streuen, um ihnen mehr Haftung zu verschaffen. Bei starkem Schneefall empfiehlt es sich, mit Schaufel oder Spaten die eigentliche Fahrbahnoberfläche freizulegen. Aber Vorsicht: Beschädigen Sie mit dem Metallblatt nicht ihre Pneus! Diese Utensilien sollte man daher in der kalten Jahreszeit stets mit an Bord haben. Eine weitere Möglichkeit bei Traktionsproblemen ist der Einsatz von Schneeketten am Pkw. Auch am Anhänger sind diese nicht verkehrt. „Das Anfahren selbst erleichtern sie dort zwar nicht, doch verbessern sich Fahrverhalten und Spurtreue auf stark verschneiten Strecken deutlich“, erklärt Korn. Dies träfe bei gebremsten Anhängern in erster Linie auch während des Verzögerungsvorgangs zu.

Bild: ©flickr/benroyafter1