Bremsscheiben wechseln ist nichts für Laien

Bremsscheiben und Bremsbeläge am besten in einem Zug wechseln
Bremsscheiben wechseln ist nichts für Laien

Wann Sie Bremsscheiben wechseln sollten? Zum Beispiel dann, wenn die Bremsen quietschen, der Wagen nach links oder rechts zieht, oder die Scheibe voller Riefen und damit sichtbar verschlissen ist. Hier ein kurzer Leitfaden.

Bryn-Pinzgauer

Das Bremsscheiben Wechseln erfordert wie jede Arbeit an der Bremsanlage solide Fachkenntnis – wer hier durch Eigenleistung einige Euro Werkstattkosten sparen will, spart auch ganz schnell an seiner Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer, wenn nämlich seine Arbeit stümperhaft ausgeführt ist. Wer hier keine Kompetenzen vorweisen kann, überlässt den Bremsenwechsel also besser einer Kfz-Werkstatt. Da eine Scheibenbremse im wesentlichen aus der Bremsscheibe und den am Bremssattel befestigten Bremsbelägen besteht, empfiehlt es sich, Bremsscheiben und Bremsbeläge am besten in einem Rutsch zu wechseln, da der Arbeitsaufwand so deutlich geringer ausfällt: Die Vorarbeiten sind größtenteils identisch und müssen so nur einmal getätigt werden. Ganz wichtig: Sie sollten nicht nur Bremsscheiben und Bremsbeläge kaufen, sondern auch neue Klammern und Bolzen – es kann immer mal vorkommen, dass eine beziehungsweise einer nach dem Entfernen nicht mehr verwendet werden kann.

So können Sie die Bremsbeläge wechseln

Bocken Sie zunächst Ihr Auto auf und schrauben das jeweilige Rad ab. Ziehen Sie nun den Verbindungstecker für den Verschleißwarnkontakt und nehmen Sie die Abdeckkappen an der Innenseite der Bremse ab. Mithilfe eines Innensechskantschlüssel oder Inbus können Sie jetzt die hinter der Abdeckklappe befindlichen Bolzen lösen. Anschließend lässt sich die Sicherungsklammer am Bremssattel seitlich abdrücken, der Bolzen hinausdrehen und das Bremssattelgehäuse abnehmen. Letzteres muss unbedingt am Federbein mit einem Kabel oder Stück Draht aufgehängt werden, die Bremsleitung würde unter dem Gewicht des hängenden Gehäuses Schaden nehmen. Jetzt lassen sich die alten Bremsbeläge ausbauen und die Kolben vom Bremssattel nach hinten drücken. Bevor Sie beim Bremsbeläge Wechseln die neuen Beläge einbauen, schmieren Sie sie an der Außenseite mit Keramikpaste ein – so backen sie nicht fest und lassen sich leichter montieren. Achten Sie aber darauf, dass die Paste keinesfalls auf die eigentlichen Beläge gerät. Hiernach bringen sie den Verschleißanzeiger wieder an und ziehen die Führungsbolzen mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den Werksvorgaben fest. Jetzt noch die Kappen aufsetzen und das Bremspedal mehrfach betätigen – das war’s!

Halten Sie beim Bremsscheiben Wechseln die Montagerichtung ein

Beim Bremsscheiben Wechseln gehen Sie ganz ähnlich vor: Wagenheber, Rad ab, Abdeckkappen, Verschleißwarner und Führungsbolzen weg. Bolzen hinter der Abdeckklappe sowie die Halteklammer lösen und den Bremssattel abnehmen. Ganz wichtig: Der Bremssattel ist mit einem Draht oder Haken an die Fahrwerksfeder zu hängen und unter keinen Umständen an der Bremsleitung herunter baumeln zu lassen. Jetzt können Sie die Inbusschraube vorn an der Bremsscheibe lockern, sollte sie sich als widerspenstig erweisen, schlagen Sie mit einem Hammer dagegen, neue liegen der Scheibenlieferung in der Regel bei. Bevor die neue Scheiben drauf kommt, bürsten Sie Rost und Schmutz auf der Auflagefläche der Nabe ordentlich ab. Wenn Sie nun Ihre Bremsscheiben wechseln, achte Sie bitte darauf, dass manche Scheiben eine spezielle Montagerichtung, also entweder links oder rechts verlangen; dies wird aber angegeben. Nu dürfen sie das ganze Geraffel in umgekehrter Reihenfolge wieder anbringen und zur Probefahrt aufbrechen.

Diese Bremsscheibe sollten Sie wechseln! ©flickr/Bryn Pinzgauer