Cabrio im Winter: fahren oder einwintern?

Nicht alle Cabrio-Modelle empfehlen sich für Eis und Schnee
Cabrio im Winter: fahren oder einwintern?

Ein Cabrio, das ist doch ein Spaßmobil für Frühling und Sommer. Falsch, vielmehr kommt es auf Ihre persönliche Schmerzgrenze sowie die Ausstattung des jeweiligen Cabrios an.

6844135416_a39c70f379_z

Moderne Cabrio Modelle kümmern sich nicht darum, wie die Fahrbahnoberfläche gerade aussieht – das tun ihre geschlossenen Serienbrüder schließlich auch nicht, und irgendeinen Sinn müssen die geballte Elektronik sowie diverse Assistenzsysteme ja haben. Daran sollte es also nicht scheitern. Bei Oldtimern, womöglich nicht hinterradgetrieben, sieht es jedoch anders aus, will man sein Cabrio im Winter nicht aus dem Graben fischen müssen, weil der Flitzer in einer glatten Kurve zu hohen Tempos wegen übersteuert hat. Mäßigung ist aber für alle Cabriofahrer angesagt, gerade weil sich unter betagten wie brandneuen Frischluft-Fahrzeugen auch zahlreiche offene Sportwagen mit reichlicher Motorleistung befinden.

Cabrio-Modelle mit Metalldach empfehlen sich uneingeschränkt

Ist Ihr Cabrio schon älter oder bereits gar ein Klassiker? Dann lagern Sie es über Winter besser gleich ein. Wäre doch wirklich schade, wenn Streusalz und Matsch es hinwegrafften. Zudem eignen sich viele Stoffverdecke nicht für den Dauereinsatz: Sie mögen zwar einen Sommerregen abhalten, sind allerdings viel zu dünn konstruiert und im Gegensatz zu den heutigen, dick gegen Geräusche und frostige Temperatur isolierten Dächern, auch nicht unbedingt zu 100 Prozentig wind- und wasserdicht. Mit einem separaten Hardtop ist das Dachproblem elegant gelöst, das Rostproblem bleibt aber bestehen. Cabrio-Modelle mit einem versenkbaren Hardtop, also einem faltbaren Metallverdeck, sind absolute Ganzjahresfahrzeuge, die als recht moderne Autos auch weitaus weniger stark von der braunen Pest betroffen sind. Nach dem Wintereinsatz, in dem Sie die Karosserie regelmäßig von Dreck und Salz befreit haben, widmen Sie sich Ihrem Textilverdeck: Es hat sich eine gründliche Reinigung sowie eine neue Imprägnierung verdient.

Das Cabrio im Winter bietet einen Genuss der Sonderklasse

Unbedingt sollten Sie einmal mit Ihrem Cabrio im Winter fahren, wenn die Sonne strahlt, der Himmel blau ist – und frischer Schnee liegt. Ein sehr sinnliches Vergnügen, von dem Sie in der kalten und meist unwirtlichen Jahreszeit noch lange zehren werden. Selbstverständlich mit offenem Verdeck, sonst könnten Sie sich ja auch in jedem x-beliebigen Taxi herumkutschieren lassen. Eine dicke Jacke mit hohen Kragen oder ein entsprechend langer Schal, eine fest sitzende Mütze und eine Sonnenbrille gehörten zu Ihrer Pflichtausrüstung genau wie Handschuhe. JE nachdem, wie abgehärtet Sie und Ihr Beifahrer sind, klappen Sie das Windschott auf oder ein, lassen die Seitenscheiben oben oder unten, aktivieren Sitz- und Nackenheizung. Verfügt das Cabriolet über eine Lenkradheizung, lohnt es diese zu einzuschalten. Gleiches gilt für die Gebläseheizung, deren Düsen idealerweise auf die Finger gerichtet werden, um sich die Handschuhe sparen zu können. So bleiben Sie in der Lage, auch kleine Tasten oder einen Touchscreen ordentlich bedienen zu können.

Bild: ein Mitsubishi Cabrio im Schnee ©flcikr/David Amsler