Kühlwasser überprüfen – so geht’s

Genügend richtiges Kühlwasser ist fürs Wohl des Autos entscheidend
Kühlwasser überprüfen – so geht’s

Das Thermometer im Armaturenbrett leuchtet schon wieder auf? Da hätten Sie vor Fahrtantritt wahrscheinlich Kühlwasser auffüllen müssen. Jetzt müssen Sie erst einmal warten, bevor Sie den Kühlwasserstand korrigieren.

bandita

Der Kühlwasser-Kreislauf eines Autos steht zusätzlich unter Druck, um höhere Betriebstemperaturen als 100° Celsius – dem Siedepunkt von Wasser auf Höhe des Meeresspiegels – zu erlauben und eben dieses Kochen des Kühlmittels zu unterbinden. Der Betriebsdruck nimmt mit steigender Motortemperatur zu. Um systembedingte Veränderungen vom Kühlwasserstand zu kompensieren, ist ein Ausgleichbehälter mit einer Flüssigkeitsreserve an Bord. Die Bedienungsanleitung zeigt Ihnen, wo Sie den Behälter im Motorraum finden. Auf seiner Seitenwand sehen Sie zwei Markierungen für Maximal- und Minimal-Füllmenge. Bei kaltem Triebwerk liegt der Kühlmittelstand kurz unter der Max-Marke, bei betriebswarmem Motor darf der Flüssigkeitspegel das Minimum nicht unterschreiten. Wenn das der Fall ist, dürfen Sie die Motorhaube zuklappen und guten Gewissens losfahren.

Beim Kühlwasser Nachfüllen ist Vorsicht geboten

Kam beim Kühlwasser Überprüfen zu Tage, dass sich der Pegel unterhalb das Min-Striches befindet, müssen Sie Kühlwasser nachfüllen. Kühlmittel auffüllen dürfen Sie nur bei kaltem respektive noch nicht warmgelaufenem Motor. Bei heißem Motor ist vorherige Abkühlung unabdingbar. Schließlich steht das System wie ein Schnellkochtopf unter Druck – ein Öffnen des Kühlerverschlusses kann durch den abrupten Austritt von kochendem Wasser und Dampf zu schwersten Verletzungen oder Verbrühungen führen! Außerdem fördert kaltes Kühlmittel in einem heißen Motor die Entstehung von Temperaturspannungen und Rissen, was sehr teure Besuche der Auto-Werkstatt mit sich bringen kann. Zum Auffüllen beschaffen Sie sich im Kfz Zubehör-Handel spezielles Kühlmittel – nur im Notfall sollten Sie Ihrem Auto reines Wasser einschenken. Demineralisiertes Wasser eignet sich wesentlich besser, das es kein die Kühlkanäle zusetzendes Kalk aufweist.

Hat Ihr Kühlwasser genügend Frostschutzmittel?

Wird das vorhandene Kühlwasser mit normalem Wasser vermengt, so sinken auch seine schützenden Eigenschaften. So kann Letzteres zu Rost im Kühler und zu Leckagen führen, aber auch zum Einfrieren bei Minusgraden, sollte nicht genügend Frostschutz beigefügt sein. Wie es um dessen Konzentration bestellt ist, kann jede Werkstatt mit einer einfachen Glykolmessung prüfen. Sie übrigens auch, denn das hierzu nötige Gerät gibt’s im Fachhandel für einstellige Euro-Beträge. Öffnen Sie zum Nachfüllen den druckfesten Deckel vom Ausgleichbehälter und gießen sie mit einer geeigneten Kanne Kühlmittel bis zur Max-Marke nach. Bei älteren Pkw wird die Flüssigkeit oft auch direkt in den Kühler gegossen, ganz abhängig davon, wo der Druckdeckel platziert ist.

Kühlwasser überprüfen und gegebenenfalls nachfüllen

Lassen Sie nun den Motor bei geöffnetem Ausgleichbehälter an und warten aufs Erreichen der Betriebstemperatur, die Sie im Bordbuch finden. Kontrollieren Sie den Pegel im Ausgleichbehälter: Wenn sich bei Betriebstemperatur der Hauptkühlkreislauf öffnet und der Wasserstand nun nicht weiter als bis zur Minimal-Markierung absinkt, ist alles ok – ansonsten gießen Sie bei laufendem Motor noch etwas Kühlflüssigkeit nach, bis der Minimum-Strich knapp überschritten ist. Haben Sie beim Kühlwasser Überprüfen allerdings Öl im Kühlwasser festgestellt, etwa durch glitzernde Schlieren auf der Oberfläche, sollten Sie Ihre Kfz-Werkstatt aufsuchen – hier ist etwas im Argen, möglicherweise die Zylinderkopfdichtung.

Bild: Nach der Kontrolle: wenn nörtig, Kühlwasser nachfüllen! ©flickr/bandita