US Importe – was beachten?

Die eigenständige Einführung eines US Cars kostet viel Zeit
US Importe – was beachten?

Ein Amischlitten soll es bitteschön sein, und zwar einer direkt aus dem Mutterland, da sind die US Cars ja so schön billig? Das stimmt zwar, doch kommen auf US Importe noch einige Kosten hinzu.

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Der Kaufinteressent kann sowohl von einer Privatperson wie auch von einem Händler ein Neuwagen oder auch einen Oldtimer in den USA erstehen. Neufahrzeuge bezieht man idealerweise bei einem „DMV Licensed Dealer“ erwerben. Dieser ist behördlich registriert, so dass im Streitfall, bei Ärger oder Schaden, eine übergeordnete Stelle eingeschaltet werden kann. Klassische US Cars gibt’s zuhauf und in jedem Zustand. In den USA in formieren etliche Publikationen Autokäufer über die aktuelle Marktsituation und Verkaufsangebote. Gründliche Preisvergleiche lohnen sich immer; die publizierten Preise sind stets netto, Nachlässe und Rabatte von drei bis fünf Prozent gehören zur Tagesordnung. Ohne den originalen Title, den Fahrzeugbrief, oder das Certificate of Origin lässt sich kein Fahrzeug ausführen; auch für die Zulassung in Deutschland brachen US Importe das Papier zwingend. Ein noch nie zugelassenes Neufahrzeug, verfügt über keinen Title, sondern ein gleichwertiges, vom Hersteller ausgegebenes „Manufacturer´s Statement (Certificate) of Origin“.

Bei US Auto Importieren herrscht Papierkrieg

Während der Reise des US Cars über den großen Teich wird Ihre Spedition, die Sie der Einfachkeit wegen lieber mit dem gesamten Transport betrauen sollten, die Zollformalitäten abwickeln. Wenn Sie sich es zutrauen und genug freie Zeit haben, können Sie das Zoll-Prozedere selbst in die Hand nehmen und per Internetzollanmeldung eine „Auftragsnummer“ anfordern. Anschließend drucken Sie das Formular aus und legen es mit den weiteren notwendigen Papieren beim verantwortlichen Hafenzollamt vor. Das korrekte Ausfüllen des Formulars überfordert für Laien jedoch häufig. Die Zollgebühr liegt – nicht nur für US Importe – EU-einheitlich bei: 10% für Personenkraftwagen (Zolltarifnummer 8703) 8% für Motorräder mit einem Hubraum bis 250 ccm 6% für Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 250 ccm. Zusätzlich sind in Deutschland 19% Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten.

Die Beleuchtung vieler US-Importe entspricht nicht europäischen Vorschriften

Bevor Sie auf der Zulassungsstelle vorstellig werden, müssen Sie Ihr US Car bei TÜV, DEKRA und Co. eine „Einzelabnahme nach § 21 der StVZO“ vornehmen lassen. Finden sie bei der telefonischen Terminfestlegung heraus, welche Unterlagen Sie mitzubringen haben. Seit 1991 ist in Deutschland eine Leuchtweitenregulierung vorgeschrieben. Sie ist bei US-Autos und bei Europa-Exporten für die so gut wie nie zu finden. Ausnahmegenehmigungen für US Importe gibt’s routinemäßig für rund 60 bis 100 €. Zudem kann es sein, dass die Scheinwerfer und rote Blinker nicht hiesigen Zulassungsvorschriften entsprechen, Sie also eventuell nachbessern müssen.

Wie steht es um die Emissionen Ihres US Cars?

Um US Importe problemlos zuzulassen, brauchen Sie ferner ein Abgasgutachten, das bei Neuwagen dem Datenblatt beiliegt. Tut es das bei gebrauchten US Cars nicht, können Sie es ebenfalls beim TÜV Augsburg für 140 € ordern; schlimmstenfalls sind die aber die Abgaswerte neu zu messen, was abhängig vom Aufwand mit etwa 750 bis 2500 € zu Buche schlägt. In den Genuss der deutschen Fahrzeugpapiere, namentlich die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, kommen Sie mit folgenden Dokumenten:

  • Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Certificate of Title bei Gebrauchtfahrzeugen oder Certificate of Origin bei Neufahrzeugen
  • amerikanische Kennzeichen (nicht bei per Autotransporter zum amerikanischen Hafen beförderten Neuwagen)
  • Originalkaufrechnung Gutachten der technischen Prüfstelle Versicherungsbestätigung (eVB – elektronische Versicherungsbestätigungsnummer)
  • Pass oder Personalausweis.

Bild: Autos auf einem Schiff ©flickr/Sistak