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Chrysler

 

Trotz der zwischenzeitlichen Zusammenarbeit mit Daimler hat Chrysler nie wirklich in Europa Fuß fassen können. Der Erfinder des Vans und des stromlienienförmigen Karosseriedesigns zählt gleichwohl in den USA heute noch mit Ford und GM zu den "Big Three" im Geschäft auf dem Heimatmarkt.

Die Chrysler-Company ging 1924 aus einem Vorgängerunternehmen hervor, in dem Walter Chrysler eine leitende Position inne gehabt hatte. Chrysler stellte in den USA Modelle für verschiedene Preislagen unter unterschiedlichen Markennamen her. Eine der bekannteren Tochtermarken ist Plymouth, unter deren Namen Chrysler bis ins Jahr 2001 niedrigpreisige Fahrzeuge verkaufte. 1928 hatte Chrysler auch die Dodge Brothers Motor Vehicle Company übernommen, die noch heute zu dem Unternehmen gehört und vor allem Lastkraftwagen herstellt.

Anfang der Dreißiger Jahre kamen mit den Air-Flow-Modellen die ersten wirklich aerodynamischen Serienfahrzeuge der Automobilgeschichte heraus.

Chrysler hat als erster Automobilhersteller Windkanäle eingesetzt, um ein entsprechendes Design seiner Fahrzeuge zu entwickeln. Zwar rechtfertigten die zu dieser Zeit schon recht stattlichen Endgeschwindigkeiten von Automobilen eine solche Maßnahme. Die Kunden sahen dies jedoch offensichtlich anders, die neuen stromlinienförmigen Karosserien ließen sich nur schwer verkaufen. 1937 wurde das Programm daher eingestellt. Die englische Version von Wikipedia erwähnt ein Gerücht, demzufolge die Air-Flow-Reihe Ferdinand Porsche zum Design des Volkswagen-Käfer inspirierte.

Schon vor Jahrzehnten ist Chrysler auf dem europäischen Markt gescheitert

Es blieb nach dem Krieg ein prägendes Merkmal der Firmenstrategie von Chrysler, den eigenen Geschäftsbereich eher mit Tochtermarken als mit der Hausmarke zu erweitern. Die Internationalisierung der nationalen Automobilmärkte zumindest in Europa und in den USA nutzte Chrysler in den Sechziger Jahren daher zum Kauf dreier europäischer Hersteller (Simca, Rootes und Barreiros). Die neu gegründete Dachfirma Chrysler Europe erlitt jedoch wohl angesichts eines fehlenden Gesamtkonzeptes mit den Übernahmen Schiffbruch und musste bis Ende der Siebziger Jahre ihr Engagement beenden. Modelle der Marke Chrysler selbst blieben unabhängig davon in Europa selten. In den USA hatte Chrysler 1960 als erstes Unternehmen mit dem Bau einschaliger Karosserien (Monocoque-Bauweise) in Großserienfahrzeugen begonnen. Auch diese Innovation konnte jedoch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht vermeiden, in denen sich Chrysler seit den Siebziger Jahren befand. In diese Zeit fällt gleichwohl eine weitere wegweisende Innovation des Unternehmens, nämlich der Minivan. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich nicht einmal Kombi-Limousinen auf Europas Märkten etabliert hatten, brachte Chrysler (zunächst unter der Marke Plymouth) den Voyager heraus. Dieses Erfolgsmodell, das es auch in gewissen Stückzahlen bis nach Deutschland brachte, wurde bis ins Jahr 2000 erneuert. Aus heutiger Sicht kann man den Voyager jedoch fast einen Kleinbus nennen; die „Schrumpfung“ der Vans zu wirklichen PKW im Laufe der letzten zehn Jahre hat Chrysler nicht mitgemacht.

Mit Jeep nahm Chrysler einen neuen Anlauf auf Europa

Mit der Übernahme von AMC 1987 kam die Marke Jeep unter die Kontrolle von Chrysler. Dessen in Europa (von den Landrover-Modellen abgesehen) fast konkurrenzlose Modelle wurden dazu genutzt, einen erneuten Anlauf auf dem europäischen Markt zu nehmen. Chrysler richtete 1993 eine Produktionsstätte für Jeep in Österreich ein. Die zunehmende Stärke des Unternehmens führte Ende der Neunziger Jahre dann paradoxerweise zur faktischen Übernahme des Konzerns durch Daimler Benz. Für die Automobilproduktion hatte dieser Merger zwei direkte Folgen: Zum einen wurde die Marke Plymouth eingestellt, nachdem Chrysler in eine erneute Absatzkrise geraten war. Daimler engagierte sich sodann bei der Entwicklung des Chrysler Crossfire. Dieser Roadster wurde zunächst von Karmann in Deutschland hergestellt und bezog fast alle inneren Bauteile von Mercedes. Das Karosseriedesign mit den hochgeschossenen Seitenlinien und großen Lufteinlässen an der Seite war gleichwohl an den flamboyanten amerikanischen Stil Chryslers angepasst worden. Chrysler hat seine kurze Zusammenarbeit mit der heutigen Daimler AG nicht dazu nutzen können, die eigene Marke in Deutschland populärer zu machen. Immerhin hat die unangepasste Gestaltung der Modelle der Marke jedoch einen gewissen Exotenstatus erkämpfen können. Ein Beispiel hierfür ist der PT Cruiser. Diese Mittelklasselimousine hat mit ihrem heute wohl einzigartigen Retrodesign sicher das Zeug zum Liebhaberfahrzeug.

Momentan befindet sich Chrysler als erster der großen drei amerikanischen Automobilhersteller in der Insolvenz, was Fiat die Möglichkeit gab, in das Unternehmen einzusteigen. Für Chrysler ist dies nicht das Ende aller Hoffnung, sondern die Möglichkeit, sich von Altlasten zu befreien und weiterhin an erfolgreichen Marktstrategien zu arbeiten. Auch in Zukunft werden der Chrysler Grand Voyager oder der Chrysler 300 C ihren Platz auf Europas Straßen finden.

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