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Mercedes-Benz

Sternfahrten - Mercedes dürfte zumindest in Deutschland die Marke mit dem besten Ruf sein. Dazu beigetragen hat sicher, dass sich das Unternehmen stets stark auf das Kerngeschäft der Ober- bis Mittelklasselimousinen konzentriert hat.

Gottlieb Daimler und Carl Benz gelten in Deutschland als Erfinder des Automobils. Tatsächlich entwickelten sie jedoch lediglich die Antriebstechnologie für Kraftwagen weiter. Elektrisch betriebene Automobile gab es bereits Mitte der 19. Jahrhunderts. Nahezu zeitgleich, 1883 und 1886, meldeten Gottlieb Daimler und Carl Benz nämlich die ersten Verbrennungsmotoren der Geschichte zur Patentierung an, die eine ausreichende Leistung zum Antrieb eines Kraftwagens erbrachten. 1896 schlossen die beiden ihre Unternehmen zur Daimler-Benz AG zusammen.

Unter dem Namen Mercedes entwickelte sich daraus schnell eine der führenden Oberklassemarke in Deutschland. Die Marktbereinigung in den Zwischenkriegs- und später in den Nachkriegsjahren ließ Mercedes zum unangefochtenen deutschen Marktführer in den oberen Preisklassen werden.

Mercedes kann seit Jahrzehnten einen hohen Qualitätsstandard halten

Daimler-Benz ist heute auch insgesamt der größte deutsche Automobilhersteller. Trotzdem hat das Unternehmen in der Vergangenheit ein bemerkenswert geringes Interesse an Firmenübernahmen gezeigt: Die faktische Übernahme von Chrysler war der einzige ernsthafte Versuch, mehrere vollwertige Hersteller unter dem Dach von Daimler zu vereinen. Statt der Expansion ins Ausland bemüht man sich stattdessen, die eigenen Fahrzeuge zu einem möglichst hohen Anteil selbst herzustellen. Die Fertigungsstätten für die Marke Mercedes-Benz zeichnen sich durch eine besonders hohe Fertigungstiefe aus, man ist hier weniger als andere Hersteller auf externe Zulieferer angewiesen. Sicher ist dies ein Grund für den hohen Qualitätsstandard der eigenen Produktion. Das Unternehmen hat zudem viele Zukäufe außerhalb des Automobilbaus getätigt. Zu nennen sind hier insbesondere Übernahmen traditionsreicher Flugzeugshersteller wie Messerschmidt-Bölkow-Blohm, aber auch des Elektronikkonzerns AEG.

Die S-Klasse ist das Topmodell von Mercedes Benz

Die S-Klasse ist seit 1973 das Flaggschiff von Mercedes. Diese Baureihe führte viele richtungweisende sicherheitstechnische Neuerungen in den Automobilbau ein. So hatte der 300 SL, ein Vorgänger der S-Klasse, als erstes Automobil eine Knautschzone. Mercedes hatte unter dem Eindruck der hohen Unfallquote im westdeutschen Straßenverkehr bereits in den 50er Jahren umfangreiche Crashtests unternommen. In der S-Klasse wurde 1978 das ABS-System in den Automobilbau eingeführt. Zudem wagte Mercedes als erster Hersteller der Oberklasse, den weniger sportlichen, aber dafür sparsameren Dieselantrieb anstelle eines Benzinmotors zu verwenden. Mercedes-Benz kann auch mit Stolz behaupten, den Airbag zur Marktreife gebracht zu haben. Nach erfolglosen Versuchen des Konkurrenten GM in den Sechziger Jahren und einer zehnjährigen Probephase bei Mercedes kam 1981 mit der S-Klasse das erste Serienfahrzeug mit einem praxistauglichen Airbag auf den Markt. Die letzte große Neuentwicklung ist das allerdings von Bosch entwickelte elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), welches in der dritten Generation der S-Klasse 1995 zuerst zum Einsatz kam. Nur wenig später sollte das ESP die katastrophalen Stabilitätsprobleme der A-Klasse (Stichwort Elchtest) beheben helfen und so zu allgemeiner Bekanntheit gelangen.

Mercedes ist mit dem Unimog und LKWs auch bei Nutzfahrzeugen präsent

Mercedes produzierte stets für höhere Marktsegmente, achtete jedoch auch darauf, seine Modelle für breite Käuferschichten anbieten zu können. Ein erfolgreiches Beispiel für diese Unternehmenspolitik ist die Baureihe W123. Dieser Vorgänger der heutigen E-Klasse, also ein Vertreter der oberen Mittelklasse, hatte optisch und technisch alle Attribute eines echten Mercedes: Eine weniger sportliche, als elegante Karosserie mit auffälligen Chromverzierungen, eine komfortable Innenausstattung und ein verlässlicher Motor, wobei sich insbesondere der Diesel großer Beliebtheit erfreute. Die hohe technische Qualität dieses Modells machte es zum idealen Taxiwagen und ist der Grund, weshalb der W123 heute noch als Newtimer häufig angeboten wird. Mit dem W123 wagte sich Mercedes auch zum ersten Mal an die Kombi-Bauform, die sich heute in allen Limousinen-Baureihen der Marke durchgesetzt hat. Mercedes hat erstaunlicherweise ein weit weniger sportliches Image als etwa BMW. Dabei wurden von der C-Klasse, der E-Klasse und auch der S-Klasse wurde immer auch Coupe-Versionen vorgestellt. Mit dem PS-starken CLK hat Mercedes momentan ein echtes Muscle-Car für den amerikanischen Markt im Angebot. Wirklich prägend für das Image der Marke waren jedoch allein die Roadster mit der Bezeichnung SL (für "schnell" und "leicht"). Der erste große Erfolg in diesem Segment war der 190 SL, der ab Mitte der Fünfziger Jahre gebaut wurde. Etwas behäbiger als der Konkurrent E-Type von Jaguar, konnte sich der Wagen gleichwohl international durchsetzten. Besonders bekannt wurde der Silberpfeil genannte 300 SL mit Flügeltüren.

Daimler verfolgt eine konservative Modellpolitik: Sowohl gegenüber in der Luxusklasse als auch gegenüber der Kleinwagenklasse grenzt man Mercedes ab und positioniert hier stattdessen eigene Marken, nämlich Smart und Maybach. Die A-Klasse ist bisher die einzige Ausnahme hierzu. Dafür ist Mercedes auf dem Markt für Nutzfahrzeuge aktiv: Der Unimog, ein kleiner, geländegängiger LKW, ist weltweit im Einsatz und bildet die technische Grundlage für den gepanzerten Mungo der Bundeswehr. Mercedes Benz betont auf der Firmenrepräsentanz im Internet, ein großes Augenmerk auf Umweltfragen zu legen: Seit 1986 werden alle Pkw serienmäßig mit einem Dreiwege-Katalysator ausgerüstet. Aber auch Mercedes-Benz kann noch nicht mit dem Entwicklungsstand von Toyota mithalten und hat weder ein Ein-Liter-Auto, noch einen Wagen mit Hybrid-Antrieb im Angebot. 

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