Cocktail im Kühler: Kühlerfrostschutz mischen

Cocktail im Kühler: Kühlerfrostschutz mischen

Klar, Frostschutz muss ins Kühlwasser – und zwar nicht nur im Winter. Doch darf man Kühlerfrostschutz mischen?

Andrew-Butitta

Frostschutzmittel sollen nicht nur verhindern, dass gefrorenes Kühlwasser Kühler oder Motorblock sprengt – es schützt zudem vor Korrosion, steigert die Siedetemperatur des Kühlwassers und optimiert die Wärmeableitung. Darüber hinaus soll der Kühlerfrostschutz Wasserpumpe, Thermostat usw. schmieren, einer Verkalkung vorbeugen sowie die Bildung von Blasen verringern. Ist man also gerade am Kühlwasser nachfüllen, sollte also auch immer die nötige Menge Fristschutz hinzu gegeben werden. Das Mischungsverhältnis ist dem jeweiligen Gebinde zu entnehmen. Den einen mit einem andersfarbigen und damit auch anders zusammengesetzten Kühlerfrostschutz mischen sollte man tunlichst nicht. Eine nicht zu verallgemeinernde Faustregel besagt: Grün und Blau geht zusammen, Rot geht mit keinem von beiden. Zum Betrieb mit unverdünntem Kühlmittel ist nicht zu raten, da der Gefrierpunkt vom reinen Frostschutzmittel zu früh erreicht sowie die Siedetemperatur und Wärmeableitung gesenkt werden.

Frostschutzmittel nachfüllen können Sie im Sommer auch später

Bevor Sie nun Kühlwasser nachfüllen und weil der Baumarkt, der Händler für Kfz-Zubehör oder die Tankstelle gerade keine nicht Ihre eigentlich passende Sorte Kühlerfrostschutz im Angebot haben, machen Sie keine Experimente – das kann sogar nach hinten losgehen und sehr kostspielige Reparaturen nach sich ziehen. Ein Blick ins Bordbuch oder in auf den Kühler gibt Aufschluss darüber, welches Kühlmittel in ihren Radiator gehört und welches nicht. Bei diesbezüglichen Fragen ist eine Autowerkstatt zu konsultieren. Sollte einmal das passende Kühlmittel nicht vorhanden sein, ist zumindest bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt eine Auffüllung mit reinem Wasser sinnvoller als wenn Sie Kühlerfrostschutz mischen. Das Kühlwasser sollte dann alsbald wieder mit dem passende Kühlmittel zu versetzen. Hierzu müssen Sie zunächst etwas Kühlwasser ablassen, da Sie sonst später zuviel Flüssigkeit im System haben.

Beim Kühlerfrostschutz Mischen können Sie Ihren Motor kräftig schädigen

Das früher übliche, grüne/blaugrüne Kühlmittel G11 beziehungsweise G48 beinhaltete Silikate, um die Alukorrosion in Form einer Al-Silikat-Schicht auf Aluteilen zu verhindern, baut aber schnell ab. Die gesamte Kühlflüssigkeit muss daher in relativ kurzen Intervallen regelmäßig gewechselt werden. In den 1990er Jahren setzten VW und andere Hersteller aufgrund längerer Haltbarkeit anstelle Silikat organische Verbindungen zum Korrosionsschutz zu nutzen: Das rote/rosa G12 war geboren. Die Standards G11/G48 und G12 vertragen sich aber nicht: Wenn Sie einen derartigen Kühlerfrostschutz mischen, entstehen nicht nur aggressive Säuren, die Mischung kann auch das Kühlmittel verklumpen und die Kühlkanäle verstopfen. Daher und um der allgemeinen Unkenntnis über diesen Umatnd Rechnung zu tragen, reichte die Industrie das silikatfreie und ebenfalls rotviolette G12+/G30 nach, das mit anderen Frostschutzmitteln mischbar ist.

Welche Kühlwasser-Zusätze gibt’s sonst noch?

Danach wurde das ebenfalls rotviolette G12++/G40 in den Handel gebracht, das sich im Vergleich zu G12+ durch verbesserten Korrosionsschutz, einen auf 135°C gesteigerten höherer Siedepunkt und eine optimierte Wärmeableitung. Es soll wohl auch wieder einen Anteil Silikat. Inzwischen wurde bei VW G12++ durch das lilafarbene G13 ersetzt, das nicht mehr auf erdölbasiertem Glykol, sondern auf aus biologischen Abfallprodukten hergestellten Glycerin aufbaut. Dies erweist sich nicht nur in der Produktion als preisgünstiger, sondern auch als umweltschonender, weil sich bei der Erzeugung rund elf Prozent CO2 einsparen lassen. Zudem gibt’s das gelbe G05, das besonders gut zu älteren Graugussmotoren passt. Das blaugrüne, aber silikatfreie G33 ist ein Spezialprodukt für Peugeot und Citroen und darf nicht mit dem silikathaltigen G11/G48 vermischt werden. Das ebenfalls silikatfreie, aber orangefarbene G34 ist ein Spezialfabrikat für GM, also zum Beispiel Opel.

Bild: Genug Kühlerfrostschutz zur besseren Kühlung zugesetzt? ©flickr/Andrew Butitta