Ey Mann, wo ist mein Auto: Kfz-Positionsbestimmung per GPS

Wie erleichtert die Machine-to-Machine-Kommunikation den Straßenverkehr?
Ey Mann, wo ist mein Auto: Kfz-Positionsbestimmung per GPS

Die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) wird den Verkehr radikal verändern, wenn in Zukunft alle Fahrzeuge mit kombinierten GSM/GPS-Modulen vernetzt sind. Neben der Sicherheit werden auch Navigation und Logistik entscheidend davon profitieren.

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Dort, wo der automatische Notruf eCall Informationen zur Standortbestimmung nutzt, existieren auch Anknüpfungspunkte zu anderen Einsatzgebieten von M2M-Technologien im Straßenverkehr. So benachrichtigen beispielsweise Verkehrsinformationssysteme den Autofahrer in Echtzeit über die aktuelle Verkehrslage auf Autobahnen, Bundesstraßen und Nebenstrecken. Dabei werden die vorhandenen Verkehrsmeldungen mit anonymisierten Bewegungsdaten aus dem Mobilfunknetz kombiniert und beispielsweise auf einem portablen Navigationssystem dargestellt. Da mehrere, einander ergänzende Datenquellen genutzt werden, lässt sich der Verkehrsfluss auf Straßen genauer analysieren und vorhersagen. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge leitet man dabei daraus ab, wie schnell ein GSM-System – ein Mobiltelefon oder M2M-Modul – von einem GSM-Sender zum anderen wechselt.

Kfz-Überwachung: Tempoüberschreitungen nicht ohne weiteres vertuschbar

Zusätzliche Einsatzgebiete von M2M-Technologien im Bereich der Verkehrssicherheit sind Lösungen, bei denen im Rahmen eines Versicherungsvertrages eine Black-Box im Fahrzeug installiert wird. Sie zeichnet auf, ob sich der Fahrer an die vereinbarten Bedingungen hält. Dominikus Hierl, CEO von Telit Automotive Solutions, erklärt: „Versicherungsunternehmen mussten früher die Beitragszahlungen mit komplexen Algorithmen berechnen. Kriterien wie Fahrzeugtyp, Alter und Geschlecht des Fahrers taugten dabei eher für Prognosen als für valide Beobachtungen. Heute können Versicherer ihre Tarife auf der Basis von Echtzeit-Fahrdaten errechnen und damit sogar ganz individuell für jeden Fahrer anpassen. Ordentliches Fahrverhalten kann in Zukunft also mit sinkenden Versicherungsbeiträgen belohnt werden – Risikofreude am Steuer hingehen wird dann allerdings nicht nur auf der Straße teuer.“ Derartige Pay-as-you-drive-Tarife werden bereits in Italien, Österreich und den USA angeboten. In anderen Fällen oder bei kombinierten Systemen kann eine Black-Box auch dazu dienen, eine Diebstahlsicherung zu implementieren. Im Kern besteht eine solche Lösung immer aus einem GPS-Empfänger zur Positionsbestimmung, der mit einem GSM-Modul zur Übertragung der Positionsdaten verbunden ist. Automobilhersteller kaufen diese Systeme in der Regel über Zulieferer wie Telit ein, da sie so Hardwarekomponenten wie M2M-Module, die geeignete Software und entsprechende Services für den Betreib aus einer Hand erhalten.

GPS ist nicht das einzige Ortungssystem

In Einsatzgebieten wie Flottenmanagement und Tracking & Tracing sind die aktuellen Entwicklungen bei den Satellitennavigationssystemen von entscheidender Bedeutung – und hier besonders die weltweite Verfügbarkeit des von Russland entwickelten Navigationssystems GLONASS seit Ende 2011. Die ersten kommerziell genutzten Geräte, die GLONASS unterstützen, sind seit 2008 auf dem Markt. GLONASS ergänzt das US-amerikanische GPS. Der Zugriff sowohl auf GPS als auch auf GLONASS ist bei Telematik-Anwendungen ein wichtiger Schritt nach vorne. Denn durch Nutzung der jeweils besten Satelliten-Geometrie wird die Positionsgenauigkeit deutlich verbessert. Darüber hinaus verringert sich durch die höhere Anzahl an verfügbaren Satelliten das Risiko, die Verbindung zu verlieren. Diese Problematik tritt oft in Städten mit hohen Gebäuden auf. Nicht zuletzt ermöglicht ein Dual-Modul eine bessere Positionsbestimmung und stellt eine exaktere Darstellung von Personen, Autos oder Orten auf digitalen Karten sicher.

Bild: Kfz-Positionsbestimmung per GPS ©Telit Communications PLC