Kältemittel Kaufratgeber

Fürs Auto immer das richtige Kältemittel kaufen!
Kältemittel Kaufratgeber

Wer eine Klimaanlage im Auto hat, muss diese in regelmäßigen Abständen neu befüllen. Doch welche Kältemittel eignen sich für welche Anlage?

Robert-Couse-Baker

Am einfachsten ist es natürlich, seine Klimaanlage befüllen zu lassen. Die Techniker im Fachbetrieb oder einer Kfz-Werkstatt wissen schließlich genau, welches Kältemittel Ihre Klimaanlage verlangt. Wenn Sie selbst Ihre Klimaanlage befüllen möchten, schauen sie zunächst mal ins Bordbuch oder auf den Klimakompressor: Irgendwo wird schon stehen, welches Mittel zum Einsatz kommen soll.

Kältemittel-Übersicht

Achten Sie beim Kältemittel Kaufen auf das Kleingedruckte, namentlich die Buchstaben hinter den Ziffern.

  • R 134a

Eines der bekanntesten Kältemittel im automobilen Bereiche ist R 134a. Das Kältemittel R 134a stellt ein HFKW mit unbedeutendem OPD-Potential und lässt sich sowohl in reiner Form als auch in Gemischen einsetzen. Es gilt als eines der wichtigsten Ersatzprodukte von FCKW- und HFCKW-Kältemitteln und eignet sich für die Verwendung Gebrauch bei mittleren/hohen Temperaturen. Dank seiner Energieeffizienz und Kühlleistung wird das Kältemittel R 134a als mögliche Alternative zu dem Kältemittel R 12 in einer Vielzahl von Anwendungen betrachtet.

  • R 437A

Das Kältemittel R 437A erweist sich als eines der möglichen Ersatzprodukte für das Kältemittel R 12 bei mittleren Temperaturen. Damit ist es interessant für die Besitzer von Young- und Oldtimern, die noch nicht mit R 134a klimatisiert werden. R437A basiert auf HFKW und wird als unschädlich für die Ozonschicht erachtet. Es erlaubt die Vornahme von unkomplizierten und schnellen Retrofit-Vorgängen an vorhandenen Anlagen und ist zu Freude aller betroffenen Techniker und Autofahrer kompatibel mit traditionellen und neuartigen Schmierstoffen.

Die R 1234yf-Kontroverse

Möglicherweise müssen Sie in Zukunft andere Kältemittel kaufen: Eigentlich müssen seit 2013 die Klimaanlagen neuer Fahrzeuge in Europa mit einem neuen Kältemittel des Typs R 1234yf befüllt werden. Es gilt zwar als deutlich klimafreundlicher, weshalb die EU-Kommission hat Brüssel den Umstieg verordnet hat. Doch auf der anderen Seite stellt R 1234yf ein äußerst gefährliches Produkt dar – wie unglücklicherweise erst nach der Gesetzgebung bei Crashtests zu Tge gekommen ist. Das Kältemittel kann sich bei Kontakt mit heißen Motorteilen wie dem Auspuffkrümmer entzünden und wenn Feuchtigkeit wie etwa die aus der Luft oder Regen hinzukommt, dann entsteht Flusssäure, die sogar Glas durchätzt. In repräsentativer Anzahl haben Ingenieure von Mercedes-Benz diesen unerfreulichen Umstand festgestellt. Darüber hinaus hat die Universität München herausgefunden, dass bei einem Brand ein Derivat des von der Genfer Konvention geächteten chemischen Kampfstoffes Phosgen entsteht. Die Daimler AG und einige andere Automobilherstellern weigern sich daher, das neue Mittel zu benutzen und bleibt zunächst bei R 134a. In einigen Jahren soll ein wesentlich bekannteres Kältemittel zum Einsatz kommen, das für Rettungskräfte wie Fahrzeuginsassen völlig ungefährlich ist: Kohlendioxid, auch als CO2 oder Kohlensäure geläufig. Die Entwicklung entsprechender Klimaanlagen ist jedoch noch nicht abgeschlossen und erfordert noch einige Jahre Zeit.

Bild: Befüllen der Klimaanlage mit R 134a ©Robert Couse-Baker