23 Mrz

Audi A1: Premium-Kleinwagen zwischen den Stühlen

Dass der A1 Audi den Weg in die Kleinwagenklasse öffnen soll, ist allen bekannt. Doch findet der Audi A1 im Autohaus Freunde? Sein Segment ist hart umkämpft, auch von anderen Volkswagen-Marken.

Audi A1 ©UnitedPictures
Der Audi A1 scheint alles zu haben, was für ein erfolgreiches Auto wichtig ist: Guter Name, und sicherlich auch ausgereifte sowie standfeste Technik. Doch ist der Produzent von Oberklasse-Autos wie Audi A8 oder RS6 Avant geeignet, den schwer umworbenen Automarkt in dieser Kleinwagen-Klasse zu erreichen? Mercedes und BMW nutzen hierzu ihre Ableger MCC smart bzw. Mini. Sie hab eben nicht das Problem, als inzwischen anerkannter Premium-Hersteller bei von den „Billigmarken“ Seat, Skoda und in diesem Fall auch VW mitgenutzten Plattformen den hohen Audi A1-Preis von mindestens € 16.000 verteidigen zu müssen. Auch die Audi-Motoren kommen so oder leicht modifiziert in den übrigen VW-Autos zum Einsatz. Wo bleibt der Premium-Anspruch, etwas besonderes zu fahren, was eben nicht jeder dritte in ähnlicher Form hat?

Audi-Preise schon beim Audi A2 nicht durchsetzbar

Das Audi A1-Concept wirkt zeitgemäß – wie alle ständig predigen, ist das ein neuer Audi, der fraglichen Anforderungen nach wirklich klein geraten ist: Wir werden nicht kleiner, aber unsere Fahrzeuge schon. Auch der später in die Autohäuser kommende Audi A1 Sportsback macht eine gute Ergänzung der Modellreihe aus. Spätestens hier ist nun für Audi zu hoffen, dass die Kundschaft mehr Interesse zeigt, als sie es beim technisch interessanten Audi A2 vor einigen Jahren tat. Auch beim ihm schreckten die Audi Preise und das gewöhnungsbedürftige Erscheinungsbild ab, obgleich der Minivan durchaus sparsam war. Alternativ hätte Audi Aston Martin in puncto Vermarktung nacheifern können: Den Aston Martin Cygnet, ein exklusives Mini-Auto auf Basis des Toyota iQ, soll nur erhalten, wer einen Aston Martin Sportwagen erwirbt. Einstiegspreis: € 30.000. Kaufen Sie einen Audi R8 und genießen sie Rabatt auf den A1!

Audi A1 e-tron – besser als sein Name

Auch der Audi A1 e-tron, eine auf dem Autosalon Genf jüngst vorgestellte Elektroauto-Studie, fährt für Audi keine Punkte ein. Nachdem der e-tron als R8-ähnliches E-Auto für seinen Namen gescholten wurde, der auf französisch das bedeutet, worin man auf dem Fußweg nicht gerne tritt, hat Ingolstadt offenbar nichts anderes zu tun, als stur an der Corporate Identity festzuhalten. Vorschlag zur Güte für einen Antrieb, der zumindest im urbanen Raum Zukunftschancen hat: Audi E1. Kommt der neue Audi zum Händler, muss dieser zusehen, dass die Audi-Preise für den kurzen nicht zu hoch sind. Andererseits ist kaum jemand, und das ist der klare Gegensatz zum Nischenmodell Cygnet, bereit, für wenig Auto viel Geld auszugeben. Ein technisch relativ baugleicher VW Polo – ohne Single Frame Grill und LED-Tagfahrlicht – kostet rund 1.000 Euro (6,25 %) weniger als der A1. Für welches Fahrzeug spricht das nun?

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