Das aktuelle Auto-Design steckt voller Widersprüche. Teilweise passen die Modelle nicht ins Corporate Design, andernorts sieht alles gleich aus. Designklau ist auch weiterhin ein großes Thema.
Auto-Design war allerdings auch nie so kompliziert wie in den letzten 20 Jahren: Der als Rettung der Automobilindustrie erachtete Frontantrieb fordert lange vordere Überhänge, die es möglichst zu kaschieren gilt; Lärmentwicklung und Verbrauch wollen eine aerodynamische Linienführung; für die Fußgängersicherheit galt es schließlich, Motorhaube, Stoßstange und Kühlergrill von identitätsstiftenden Merkmalen zu entschärfen. Kein Wunder, dass viele durchaus zu Recht klagen, die Auto-Designer würden immer langweiligere Arbeit abliefern. Des Autos Design hängt zudem von den Marktführern der einzelnen Segmente ab – extrovertierte Nischenfahrzeuge boomen nur selten in der Kleinwagen-Klasse.
Auto-Designer machtlos?
Doch bekommen Auto-Designer wie Giugiaro oder Chris Bangle eben solche Vorgaben und müssen sie mit einfließen lassen. Verbrauch und Euro-NCAP-Crashtest lassen auch keinen kalt, sodass alle mitmachen müssen.
Das Audi-Design mit dem Single Frame Grill findet sich in ähnlicher Form bei Mitsubishi wieder. Die typische Dachform der Ingolstädter steuerte jedoch NSU bei. Als die Amerikaner europäische Sportwagen-Elemente in ihre Massenproduktion integrierten, freuten sich die Autohändler über volle Showrooms. Als das Lexus Design früher Jahre der Mercedes S-Klasse allzu sehr nacheiferte, gab es jedoch speziell in Europa Schelte. Ähnlich zurzeit das chinesische Autodesign: Lieber kopieren als selber gestalten heißt es im Reich der Mitte. Angesichts einiger Eigenkreationen übrigens mehr als verständlich.
Auto Designs – Rückschritt durch Technik
Auto-Design stimmig und doch kein Erfolg? Fragen Sie den Hersteller, warum der Phaeton VW-Embleme und keine Audi-Ringe in die Autohäuser brachte – so wohlhabend war das Volk entgegen der Erwartungen dann doch nicht. Frontantrieb und fetter Hintern: Bei diesen Entgleisungen des Auto Designs muss es sich um ein Hardtop-Cabrio handeln, so eines mit versenkbarem Stahldach wie beim Peugeot 308 CC oder Nissan Micra CC. Offenbar siegte hier die Allwettertauglichkeit vor Ästhetik. Die hohen Gürtellinien, die allenthalben an Neuwagen für Schützenpanzer-Look sorgen, sind ein Ergebnis der Technisierung: Um mit ihnen parken zu können, braucht es wegen der Unübersichtlichkeit eine Rückfahrkamera. Die gab es früher nicht zu erschwinglichen Preisen. Wie es mit Auto & Design weitergeht, erfahren Sie im zweiten Teil.



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