Kfz Versicherung: Teilkasko oder Vollkasko?

Wie sich Ihre Haftpflicht auf die Prämien auswirkt
Kfz Versicherung: Teilkasko oder Vollkasko?

Ob sich Teilkasko oder Vollkasko für die Versicherung Ihres Fahrzeugs mehr empfiehlt, kann nicht ohne Weiteres beantwortet werden. Denn nur mit der Haftpflichtversicherung stehen Sie möglicherweise reichlich nackt dar.

Aaron-Parecki

Generell sollte der Leistungsumfang der Kfz Versicherung in einem Verhältnis zu Alter und absolutem Wert beziehungsweise Restwert des Fahrzeugs stehen. Der Rat vieler Experten, ab einem Fahrzeugalter von vier Jahren die Vollkasko- in eine Teilkaskoversicherung umzuwandeln, ist daher nur eingeschränkt richtig, trifft aber das gros des hiesigen Fahrzeugbestandes, das sich aus Klein und Kompaktwagen zusammensetzt, durchaus zu. Diese Empfehlung hängt damit zusammen, dass die Kosten für eine Teilkasko-Versicherung gegenüber einer Vollkasko-Versicherung üblicherweise abnehmen. Sowohl die TK-Versicherung als auch die VK-Versicherung decken Schäden am eigenen Auto ab. Beide übernehmen die Behebung von Schäden, die durch Brand, Explosion, Diebstahl, Haarwild, Marderbisse, Glasbruch, Kurzschluss und höhere Gewalt zustande gekommen sind.

Welchen Mehrwert bietet eine Kfz Vollkasko-Versicherung?

Die Vollkaskoversicherung übernimmt darüber hinaus die Regulierung von Schäden, die durch Vandalismus, Fahrerflucht oder einem selbstverschuldeten Unfall am eigenen Wagen entstanden sind. Die Höhe der Prämien wird auf Basis bestimmter Parameter kalkuliert – etwa dem Wohnort, dem Fahrzeugtyp und der Schadenfreiheitsklasse. Wer sich einst einen Neuwagen gekauft, mit per Vollkasko abgesichert hat und hat viele Jahre ohne Schaden geblieben ist, sollte in Erwägung ziehen, die Vollkasko nicht zu verlassen. So wird in der VK-Versicherung die Prämie auf Grundlage Ihrer Schadenfreiheitsklasse berechnet, in der Teilkaskoversicherung aber nach fixen Beitragssätzen. Mit jedem unfallfreien Jahr nimmt deswegen die Vollkasko-Prämie ab.

Wann der Verbleib in der Vollkasko empfehlenswert ist

Wenn Sie sich eine niedrige Schadenfreiheitsklasse eingefahren haben, fällt die Versicherungsprämie in der Vollkasko bei deutlich mehr Leistungen in der Regel nur geringfügig höher aus als in der Teilkasko. Mitunter kann eine Vollkasko sogar preiswerter sein – und zwar, wenn ein beträchtlicher Schadenfreiheitsrabatt vorhanden ist und sich die Typklasse des Fahrzeugs in Voll- und Teilkasko signifikant unterscheidet. Eine Vollkasko-Versicherung ist auch dann sinnvoll, wenn das versicherte Fahrzeug nach vier Betriebsjahren noch immer einen hohen Zeitwert besitzt. Ist Ihr Wagen bereits einige Jahre alt und nicht gerade ein exotischer Supersportler, langt eine Teilkasko-Versicherung.

Der Name ist Programm: Kfz Haftpflicht-Versicherung

Anders als die auf Wunsch abschließbaren TK- und VK-Versicherung kommen Sie um die Kfz Haftpflicht-Versicherung nicht herum. Sie deckt Personenschäden wie Genesungskosten bei Personenschäden, Renten im Falle einer Invalidität oder Schmerzensgelder ab. Ebenfalls sichert die Haftpflicht Sachschäden wie beispielsweise Reparaturen an anderen Fahrzeugen und Objekten wie Lichtmasten oder Bäumen ab. Außerdem werden reine Vermögensschäden übernommen. Die Kfz Haftpflicht-Versicherung reguliert auch Ansprüche, die aus der Betriebsgefahr zustande kommen. Für die Kfz-Haftpflichtversicherung gilt in Deutschland ein Kontrahierungszwang. Folglich muss der Versicherer prinzipiell, aber nur einmalig, eine Antragstellung auf Kfz-Haftpflichtversicherung mit wenigen Ausnahmen stets annehmen. Eine weitere Besonderheit ist die Regulierungsvollmacht der Kfz-Haftpflichtversicherung: Ihr steht es zu, Schäden auch ohne Zustimmung des Versicherungsnehmers regulieren.

Bild: Welche Unfallschäden deckt Ihre Kfz-Versicherung ab? ©flickr/Aaron Parecki