Lohnt sich eine Gebrauchtwagengarantie?

Finanzielle Sicherheit bei Gebrauchtwagen-Reparaturen
Lohnt sich eine Gebrauchtwagengarantie?

Absolute Sicherheit gibt es nie – das gilt auch fürs Gebrauchtwagen Kaufen. Auch bei einem ehrlichen Autohändler können Sie nicht sicher sein, dass das Auto auch in einem Jahr noch läuft. Ist eine Gebrauchtwagengarantie zur Absicherung nach dem den Autokauf sinnvoll?

John-Lloyd

Wer eine Gebrauchtwagengarantie privat abschließt, kann in vielen Fällen davon profitieren. Ob sich eine Gebrauchtwagengarantie aber grundsätzlich lohnt, lässt sich nicht generell sagen. Angesichts der mindestens einjährigen Gewährleistungspflicht, in der ein Autohändler seinem Käufer gegenüber steht, ist letzterer in der Regel gegen Mängel ordentlich abgesichert. Zu beachten ist allerdings, dass ein Mangel schon bei Aushändigung des Autos bestanden haben muss. In den ersten sechs Monaten wird dies zwar vom Gesetzgeber vermutet, bei Gebraucht-Pkw kann der Gebrauchtwagenhändler diese gesetzliche Vermutung jedoch widerlegen. Eine Garantie deckt hingegen jeden zustande kommenden Mangel, kann aber vom Leistungsumfang her hinter den von der Legislative verordneten Gewährleistungsrechten zurückstehen.

Was hält die Fachwelt von der Gebrauchtwagengarantie?

Der Automobilclub ACE ist der Ansicht, dass sich eine Gebrauchtwagengarantie nur sehr bedingt lohnen, da die umfassende gesetzliche Gewährleistung die Regulierung der meisten Mängel bereits abdeckt. Die Gebrauchtwagengarantie-Anbieter vertreten wiederum die Meinung, dass die ihre Garantie auch weiterreichende Leistungen abdeckt, wie etwa die Behebung neu auftretender Mängel, die beim Kauf noch nicht vorhanden waren. Angeführt werden diesbezüglich in erster Linie Ausfälle der Bordelektronik, die nach diversen Statistiken jede zweite Panne verschulden. Allerdings, soviel sei hinzugefügt, schränken diese die Fahrtüchtigkeit des Autos nicht zwangsweise ein und rühren nicht selten von mangelhaft geladenen beziehungsweise defekten, da oft über Gebühr beanspruchten Autobatterien her.

Keine finanzielle Risiken bei Gebrauchtwagen-Reparaturen

Als Reparaturkostenversicherung übernimmt sie Werkstattkosten nach festgelegten Schäden vollständig oder teilweise. Die Konditionen einer Gebrauchtwagengarantie sind nicht einheitlich festgelegt, womit diese nicht mit einer Garantie für Neuwagen verglichen werden kann. Zudem lässt sich nicht jedes Fahrzeug versichern: So dürfen Gebrauchtwagen in der Regel ein Alter von neun bis zehn Jahre nicht überschreiten. Doch gerade danach fallen oft kostspielige Reparaturen an, speziell bei Fahrzeugen, deren Vorbesitzer es zu einem so genannten Wartungsstau haben kommen lassen. Dies bedeutet, dass sich über die Jahre derart viele, an sich nicht dramatische Kleinigkeiten angesammelt haben, deren Beseitigung in der Summe aber sehr teuer ist und vor allem auch nicht mehr weiter aufzuschieben ist.

Bestandteile der Gebrauchtwagengarantie

Was keine Gebrauchtwagengarantie abdeckt, sind beispielsweise Unfallschäden, den Ersatz von Verschleißteilen wie etwa Brems- und Kupplungsbelägen, Stoßdämpfern oder Betriebsflüssigkeiten sowie Defekte, die auf laienhafte Reparaturen und fahrlässige Handlungen zurückzuführen sind. Garantiepflichtige Schäden sind vor Reparaturauftrag der Versicherung mitzuteilen. Sie dürfen Ihren Wagen nicht beliebig instand setzen lassen – auch wenn es eilt. Arbeitskosten werden bei einer nötigen Reparatur meist gänzlich ersetzt, Ersatzteilkosten typischerweise nur zu einem bestimmten Anteil. Materialkosten werden nur bis zu einer gewissen Laufleistung komplett übernommen; danach kommt eine Selbstbeteiligung zum Tragen, die mit zunehmender Laufleistung steigt. So gut wie nie möglich ist eine Rücknahme oder die nachträgliche Senkung des Kaufpreises vom Gebrauchtwagen. In diesen Fällen schützt das Gewährleistungsrecht den Kunden.

Bild: Gebrauchtwagengarantie – bei älterem Fahrzeugen zu erwägen ©flickr/John Lloyd