Abwrackprämie sorgt laut GTÜ für mehr Sicherheit

Viele Mängel bei alten Autos

Die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) lobt die Abwrackprämie als großen Erfolg für die Verkehrssicherheit. Durch Verjüngung des Fahrzeugbestands, weniger Mängel sowie weniger Verkehrsunfälle trägt sie erheblich zur Verringerung von gesundheitlichen und finanziellen Schäden bei.

Abwrackprämie sorgt laut GTÜ für mehr SicherheitMehr Sicherheit durch weniger Unfälle mit alten Autos ©flickr /

Die GTÜ kommt zu dem Schluss, dass die gut zwei Millionen im Rahmen der Abwrackprämie aus dem Verkehr gezogenen Altautos Deutschlands Straßen sicherer machen. Mit diesen Fahrzeugen verschwanden beinahe 4,5 Millionen Mängel im Schredder. Dieses Ergebnis resultiert aus dem  aktuellen, als Referenz herangezogenen GTÜ-Mängelindex für Pkws von neun Jahren Alter. Durchschnittlich verzeichneten die verschrotteten Kfz über 14 Jahre Verkehrsteilnahme. Experten mutmaßen, dass der höhere Sicherheitsstandard der durch die Umweltprämie neu angemeldeten Pkw die Anzahl der Unfälle und damit die der Verkehrsopfer verringert. Zählten in einem 14 Jahre alten Fahrzeug Antiblockiersystem oder Airbag zu den Besonderheiten, sind heute aktive Sicherheitssysteme wie ESP und ABS in den meisten Autos zur serienmäßig verbaut.

GTÜ fokussiert Elektronik

Besorgniserregende 52 Prozent der von der Gesellschaft für Technische Überwachung in der ersten Jahreshälfte 2009 im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüften Fahrzeuge wiesen  Mängel auf. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von zwei Prozent, allerdings stellte die GTÜ bei 17,4 Prozent der Pkw erhebliche Defekte bis in den Bereich der Verkehrsunsicherheit fest. Nur 48 Prozent der untersuchten Pkw gingen tadellos durch die HU. Mit
24,3 Prozent (Vorjahr: 23,5) in allen Altersgruppen führt das Feld „Beleuchtung und Elektrik“ die GTÜ-Mängel-Statistik des ersten Halbjahres an. Mit der neuen Systemdatenprüfung testen die GTÜ-Prüfer seit April 2009 verstärkt den Zustand der Sicherheitselektronik bei Fahrzeugen ab Zulassung 1. April 2006. Geprüft werden sicherheitsrelevante, elektronische Systeme wie etwa Bremsassistenten, ABS, ESP, Geschwindigkeitsbegrenzer, Airbags und Rückhalteeinrichtungen.

Alte Autos erschrecken durch viele Mängel

Der technische Zustand der meisten älteren Fahrzeuge ist weithin alles andere als zufriedenstellend, vor allem bei Kfz von über neun Jahren Alter. In der ersten Jahreshälfte fuhren 71,4 Prozent mit Mängeln umher. 25,6 Prozent dieser Altersgruppe kennzeichneten schwere Mängel auf oder waren komplett verkehrsunsicher. Ohne Beanstandung kamen nur 28,6 Prozent der über neunjährigen Fahrzeuge durch die HU. Bei 100 bis zu drei Jahre stellte die GTÜ 18 Mängel fest, musste aber bei 100 Ü9-Wagen gleich 221 Fehler ausmachen, also mehr als das Zwölffache. Damit fahren nach dem GTÜ-Index mit den gut 19 Millionen über neunjährigen Pkw auch beängstigende 42 Millionen Mängeln auf den Straßen. Dieses erschütternde Ergebnis indiziert, dass viele Halter älterer Wagen die Serviceintervalle außer Acht lassen und aus Kostengründen eine Werkstatt nur selten oder gar nicht mehr aufsuchen.