Daihatsu Cuore im Elchtest

Unzumutbares Fahrverhalten ohne ESP

Daihatsu verspricht Verbesserungen und vielleicht wieder ESP zur Minimierung der Kippneigung

Daihatsu Cuore im ElchtestZappelphillip Daihatsu Cuore (Quelle: UnitedPictures)

Die Bilder erinnern an den Mercedes-Skandal in den späten 90ern: Mit dem gerade debütierten  Fronttriebler A-Klasse ging es auf die Teststrecke, um schockiert festzustellen, dass die A-Klasse beim Elchtest äußerst einfach zum Umkippen zu bewegen ist. Mercedes löste das Problem galant mit dem Einzug des ESPs in die Mittelklasse, und der Minivan entwickelte sich fortan zum Verkaufsschlager. 

Cuore-Fahrer sparen am falschen Ende
Beim aktuellen Modelljahrgang nahm Daihatsu das Elektronische Stabilitätsprogramm aus dem Optionskatalog. Der Geschäftsführer von Daihatsu Deutschland, Matthias Heinz, begründet das an fehlendem Käuferinteresse. Weniger als fünf Prozent hätten sich zuletzt für die Fahrhilfe zum Extrapreis von 750 Euro entschieden, sodass das Angebot sich als unrentabel erwiesen habe. Es ist davon auszugehen, dass die Käufer des Cuore schlichtweg nicht fast 10 Prozent Aufgeld auf den Einstiegspreis von 10.490 € addieren möchten. Allerdings ist Daihatsu nicht allein, viele andere Anbieter in untersten Preissegment verzichten auf elektronische Erweiterung der Sicherheit.

Daihatsu verspricht definitiv Nachbesserungen für den Cuore
Matthias Heinz erläutert die beiden Möglichkeiten zur Stabilisierung des ausbrechenden Cuore, der in den zu meisternden schnellen Kurvenkombinationen zügig mit einer Seite abhebt: „Entweder wir bauen ein ESP ein oder verbessern die Stabilisatoren in Kombination mit 14-Zoll-Rädern. Unsere Autos müssen natürlich einem Elchtest standhalten.“ Daihatsus Luftkus trug die Serienreifen im Format 145/80/R13, die aufgrund ihrer geringen Größe und Stabilität zu dem Debakel beigetragen haben werden. Ab 2011 soll das ESP in allen europäischen Neufahrzeugen zur Serienausstattung gehören. Ähnlich der A-Klasse handelt es sich beim Daihatsu Cuore um ein im Vergleich zur Breite recht hohes Fahrzeug, was die Kippgefährlickeit schwerpunktbedingt erhöht.