Gibt es bald kein „normales“ Benzin mehr?

Shell nimmt die Sorte Normal vom Markt

Nach einem deutlichen Preisanstieg in den letzten Monaten hat Shell Mitte der vergangenen Woche angekündigt, die Sorte Normal künftig nicht mehr anzubieten. Stattdessen soll es jetzt drei Sorten Super geben.

Gibt es bald kein „normales“ Benzin mehr?shell

Shell reagiert damit nach eigenen Angaben auf einen stark rückläufigen Absatz bei der Kraftstoffsorte. Der Grund dafür liegt auf de Hand: Bislang war Normalbenzin günstiger als Super. Im Herbst letzten Jahres wurden die Preise jedoch praktisch angeglichen. Von Dezember 2007 bis zum April dieses Jahres eine von Bleifrei Super Steigerung um Prozent von 1,19 € auf 1,43 € (wikipedia). Normalbenzin verteuterte sich seit dem Jahr 2000 von 99 Cent auf 1,47 im August dieses Jahres (statista.org). Indes hat Aral dementiert, Normal vom Markt nehmen zu wollen. Ende 2007 war der Absatzanteil von Normalbenzin bei Araltankstellen von 25 auf nur noch 13 Prozent gefallen (focus). Der Unterschied zwischen Normal- und Superbenzin besteht in der höheren Oktanzahl des letzteren Treibstoff (95 bei Super, 91 bei Normal), die wiederum eine höhere Klopffestigkeit erreicht, so dass unkontrollierte Verbrennungsvorgänge im Zylinder minimiert werden. Auch wenn der Trend seit Jahren zum Super-Benzin geht, macht Normalkraftstoff immer noch rund 28 Prozent des gesamten Marktes für Otto-Kraftstoffe aus(ntv). Normalbenzin wird ohnehin in Ländern wie Schweiz, Spanien, Schweden nicht verkauft. Warum Normalbenzin international im Vergleich zu Super deutlich teurer geworden ist, lässt sich schwer sagen. Fest steht jedenfalls, dass der Verzicht auf den billigeren Kraftstofff für die am Benzin verdienden Öl- und Chemiekonzerne deutliche Umsatzsteigerungen mit sich bringen würde. Ohnehin vertragen praktisch alle Neuwagen den Kraftstoff mit der höheren Oktanzahl. Auf lange Sicht wird Normalbenzin also so oder so vom Markt verschwinde. Natürlich könnte dieser Prozess auch dadurch beschleunigt werden, dass die Tankstelle künftig auch alternative Kraftstoffe anbieten.