Neue Hoffnung für Karmann

News

Nach Mercedes-Offerte jetzt Auftrag von Brilliance

Neue Hoffnung für KarmannVergangener Glanz: Der Karmann Ghia

Der angeschlagene Osnabrücker Karosseriebauer erhält aus China den Auftrag zur Entwicklung eines kompletten neuen Modells. Karmann kann nun wieder hoffen, aus seiner schwerwiegenden Krise herauszufinden und als Unternehmen zu überleben. Bis in die Neunziger Jahre konnte Karmann auf Grund der traditionell engen Verbindung zum benachbarten Hersteller VW ausreichend Aufträge an Land ziehen. So wurden etwa Karmann-Versionen des Golf Cabrio bis zur dritten Golf-Generation hergestellt. Momentan ist Karmann noch mit zwei Audio-Cabrios auf Basis des RS4 und des A4 im Geschäft. Zudem lief der Chrysler Crossfire, das einzige in Deutschland erfolgreiche Modell der Marke, bis Dezember letzten Jahres letztmalig in Osnabrück vom Band. Karmann bediente mit dem Crossfire sogar den US-amerikanischen Markt. Karmann musste darauf einen drastischen Streichungsplan, ein Drittel der Belegschaft sollte gehen, vorstellen.

Der Auftrag von Brilliance an den europäischen Konzern kommt nach einer Reihe katastrophaler Ergebnisse in Chrashtests. Der Oberklassewagen BS6 wurde vom ADAC im vergangenen Juni einem Seitenaufprall mit 64 km/h ausgesetzt. Die Insassen hätten nach Aussagen der Tester kaum eine Überlebenschance gehabt (Focus). Auch kommerziell kommt Brilliance in Europa nicht recht vom Fleck. Nun lastet ein großer Erfolgsdruck auf Karmann. Nicht nur muss ein ausreichend sicheres Fahrzeug entwickelt werden, wozu ein Karosseriehersteller eigentlich in der Lage sein müsste. Darüber hinaus braucht Brilliance eine Formensprache, die im übersättigten Automarkt neue Akzente setzt und der Marke das Image des „Billigheimers“ (Focus Auto) nimmt.