Der neue Chrysler-Chef Sergio Marchionne schließt eine weitere Zusammenarbeit mit seinem bisherigen Produktions-Partner und dem baldigen Opel-Besitzer Magna offensichtlich kategorisch aus.
Magna Steyr Werk ©flickr / Zukunft Industrie Wie ein Bericht des „Wall Street Journal“ besagt, sollen keine Fertigungsaufträge mehr an den österreichisch-kanadischen Automobilbauer und Zulieferer gehen. Die Pläne des Chefs von Fiat und Chrysler zielen darauf ab, die bisher bei Magna produzierten Modelle Chrysler 300C und Jeep Grand Cherokee zukünftig in einem dazu neu erworbenen Werk in Italien herzustellen. Weiter ist die Rede von 150 Millionen Euro, die die Italiener in den nächsten drei Jahren in die ehemalige Fabrik der Karosserie-Schmiede Bertone-Werk investieren würden.
Das „WSJ“ bewertet diese Entscheidung von Marchionne als einen mehr oder minder nachvollziehbaren Schritt. Immerhin zählt es zur Strategie von Fiat, die komplette Kontrolle über die Produktion der Chrysler LLC zu erreichen. Schon unmittelbar nach seinem Start beim kleinsten der „Big Three“ begann der Fiat-Chef bestehende Partnerschaften aufzukündigen; so etwa die mit Nissan und Mitsubishi. Einen direkten Zusammenhang vom Auftragsentzug mit dem Einstieg Magnas bei Opel/Vauxhall wollte die Zeitung jedoch nicht darstellen.
Magna empfing allerdings schon in der jüngeren Vergangenheit mehrere klare Botschaften seitens der Autohersteller, die den Einstieg kritisierten und auch Auftragsstornierungen nicht ausschließen wollten, wie beispielsweise Volkswagen. Konkret könnte das die ab 2012 geplante Produktion der Porsche-Modelle Boxster und Cayman betreffen. Magna sollte das alles jedoch nicht unvorbereitet treffen: Welcher End- wie Firmenkunde möchte schon von seinem Auto sagen, es sei bei der Konkurrenz gefertigt worden?