Verkehrssünder in Deutschland

ACE kritisiert Missachtung von roter Ampel und Stop-Schild

Verstöße gegen das Stop-Schild oder eine rote Ampel führen oft zum Entzug vom Führerschein und bringen Punkte in Flensburg mit sich. Ein Blick in den Bußgeldkatalog klärt über die Höhe der Strafe auf.

Verkehrssünder in DeutschlandRote Ampel: Anhalten! ©flickr / lorenty

Wie eine Studie zum ordnungsgemäßen Verhalten im Straßenverkehr belegt, sind in Deutschland  übermäßig viele Verkehrssünder unterwegs. So werden reihenweise die Anhalte-Gebote von STOP-Schildern und rote Ampeln beobachtet. Auf den Straßen von Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Hamburg fahren demnach die meisten Rotlichtsünder. Dieses unerfreuliche Ergebnis stellte der Auto Club Europa (ACE) am 26. August 2009 der Öffentlichkeit vor.

Radfahrer missachten häufig rote Ampel

Die Studie basiert auf Verkehrsbeobachtungen, die der ACE von März bis Mai 2009 im Bundesgebiet mit mehr als 320 000 Fahrzeuge durchgeführt hatte. Besonderes Gefahrenpotential für sich und andere geht von Radfahrern aus: Sie fallen an STOP-Schildern mit 62,22 Prozent und an roten Ampeln mit 14,85 Prozent Regelverstößen außerordentlich negativ auf. Nach Angabe des  ACE ereigneten sich in Deutschland 2007 mehr als 98 000 Verkehrsunfälle wegen Verstößen gegen eine roten Ampel oder ein STOP-Schild. Im direkten Zusammenhang verloren so 413 Verkehrsteilnehmer ihr Leben, 50 000 erlitten teils schwere Verletzungen.

Stop-Schild gerne ignoriertes Verkehrszeichen

Weiter beklagt der ACE, dass in zahlreichen Städten rund 50 Prozent der  Autofahrer die Haltelinie eines STOP-Schildes überfahren, ohne zuvor dort anzuhalten, wie es die Straßenverkehrsordnung (StvO) verlangt. Die Quote der Verkehrsverstöße an STOP-Schildern beträgt der Erhebung nach in Deutschland im Durchschnitt rund 46,50 Prozent. Die Verkehrsteilnehmer im Bundesland Thüringen konnten hier mit einem Verkehrsvergehens-Anteil von 67 Prozent abermals einen Negativrekord für sich beanspruchen.

Rotlichtverstoß und Unfall gehen oft einher

Im bundesdeutsche Durchschnitt beläuft sich der Anteil der Rotlichtverstöße nach ACE-Erkenntnissen auf 2,61 Prozent. Bei diesem führerschein-gefährdenden Verkehrsverstoß bekleiden  hinter den Radfahrern die Führer von Transportern mit einem Anteil von 3,2 Prozent einen zweifelhaften zweiten Platz. Mit sinkender Auffälligkeit kommen Motorradfahrer mit 3,01%, Bus- und Lkw-Fahrer mit 2,64% und Pkw-Fahrer  mit 1,90% nach. In den Ländern Bayern (1,74%) und Bremen (1,48%) stellten die Verkehrsinspektoren vom ACE mit 1,74 bzw. 1,48% am wenigsten Verstöße gegen die rote Ampel fest. Deutschlandweit ignorierten durchschnittlich noch 5,63 Prozent der Fahrzeugführer das gelbe Licht einer Ampel, obwohl sie verpflichtet waren, hier ihr Fahrzeug zu stoppen.

Automobil Club Europa auf Suche nach Verkehrssicherheit

Im Zuge von 882 Einzelaktionen in 210 Städten und Gemeinden überwachten die ehrenamtlichen Verkehrsinspektoren vom ACE nach einem einheitlichen Schema das Verhalten der Verkehrsteilnehmer nach Regelkonformität. Das Ergebnis der Studie setzt sich aus Beobachtungen von insgesamt 320.052 Fahrzeugen zusammen. Die im Frühjahr angelaufene Kampagne des Clubs fand unter dem Motto „Denk dran. Halt an!“ statt. Drollige STOP-Schild- und Ampel-Maskottchen begleiteten die Erhebung. ACE-Projektleiter Bruno Merz erklärte, dies sei seit 2005 die fünfte Aktion in Folge gewesen, die sein Club einem besonders prekären Verkehrssicherheitsthema widmete.