Viel Elektro auf der Britisch International Motor Show

Eine Bilanz der Londoner Automobilmesse

In den letzten Wochen häufen sich die Verlustmeldungen großer Automobilekonzerne wie Daimler und GM. Die am Sonntag zu Ende gegangene Auto Show hatte offenbar den richtigen Riecher und setzte stark auf die Präsentation elektrischer Antriebssysteme.

Viel Elektro auf der Britisch International Motor ShowDie BIAS ist die größte britische Automobilmesse

Lässt man Hybridautos mal außen vor, so kann man wie es scheint die reinen Elektroautos immer noch an einer Hand abzählen. So ist es wirklich eine große Leistung, wenn die BIAS auf einem eigenen Ausstellungspavillon namens „Electric Vehicle Village“ ganze zwanzig batteriegetriebene Fahrzeuge zusammenbekommen hat. Der in diesem Blog bereits besprochen Tesla Roadster aus den USA ist ebenso dabei wie das „Super Light Car“ der Firma NICE. Lightning GT kommt mit einem Elektromobil, dass es auf unglaubliche 700 PS Motorleistung bringt.

London ist als Austragungsort der „grünen“ BIAS ein idealer Standort. Denn um den innerstädtischen SMOG – dieses Wort wurde sinnigerweise im einstigen Industrieland Großbritannien geprägt – plant die britische Stadtregierung, emissionsstarke Fahrzeuge mit hohen Abgaben zu belasten und so praktisch aus der City zu verdrängen.

Insgesamt hatte die Londoner Ausstellung aber unter einer geringen Zahl an (bedeutsamen) Neuvorstellungen zu leiden. Schließlich kommen Neuwagen meist eher im Frühjahr heraus, und am meisten Aufmerksamkeit bekommt man nach dem Niedergang der britischen Automobilindustrie am ehesten in Frankfurt und Detroit . Trotzdem gab es auch Neues zu sehen. Dabei kam zum Tragen, dass es heute zwar keine großen, aber sehr viel kleine, spezialisierte Hersteller im Vereinigten Königreich gibt. Am bekannsten ist wohl noch Lotus , hier gab es mit dem 2+2-Sitzer „Eagle“ eine spanndende Neuheit. Ein anderer Überlebender der alten Tage ist die Edelmarke Morgan. Hier beeindruckte, ebenfalls im Sinne des Ökotrends, das hier schon vor einiger Zeit besprochene Brennstoffzellenauto Morgan Lifecar , dass allerdings immer noch nur als Konzeptstudie existiert. Ganz und gar nicht ökologisch ist hingegen der Kamala K360R, ein einsitziger Renner, der in drei Sekunden auf Hundert km/h kommt.