VW-Porsche soll in Auto-Union umbenannt werden

Über Auto-Union 2.0 soll in Kürze entschieden werden

VW-Chef Martin Winterkorn erwägt Umbenennung des Wolfsburger Konzerns

VW-Porsche soll in Auto-Union umbenannt werdenBald aufpoliert: Auto-Union (Quelle: flickr / arne.list)

Auto-Union? Klar, die vier Ringe, die noch heute Audis Markenzeichen sind, stellten vor dem zweiten Weltkrieg Ausdruck deutscher Ingenieurskunst dar. Der historische Konzern vereinigte die Marken DKW, Wanderer, Audi und Horch unter einem Dach. Nun denkt VW-Chef Winterkorn daran, dem VW-Porsche-Konzern den historischen Namen zu verpassen und Toyota an der Weltspitze zu attackieren. Dies benötige Porsche als eigenständige Marke, betonte Winterkorn weiter.

VWs Auto-Union hat große Zukunftspläne

Stellenstreichungen bei Porsche schloss der Mann aus Wolfsburg aus, eher gebe es neue Arbeitsplätze. Ohnehin ist der Stuttgarter Sportartikelhersteller von Wendelin Wiedeking einer drastischen Schlankheitskur unterzogen worden und gilt als äußerst gut organisiert. Von diesen Kompetenzen könnte VW profitieren und einige übergroße Motorenpaletten entrümpeln wie etwa beim Polo. Für die Konzern-Einkäufer besteht die Gelegenheit, größere Mengenrabatte auszuhandeln, für die Porsche-Kunden die Gewissheit, dass am 911 alles so bleibt, wie es ist. Möglichkeiten für Badge-Engineereing bestehen eher beim Bau eines kleinen Geländewagens auf Tiguan-Basis, wie die erfolgreiche Zusammenarbeit bei Touareg und Cayenne zeigte.

Auto-Union mit VW-Gesetz

Ohne Gegenstimme beschloss der Betriebsrat der Porsche Holding, dass das VW-Gesetz auch in Stuttgart Anwendung finden soll. Konkret bedeutet das keine willkürliche Standortwahl oder Werksschließung gegen den Belegschaftswillen. Bei VW wird für derartige Entscheidungen ein Zweidrittel-Mehrheit im Aufsichtsrat benötigt. Damit das VW-Gesetz gelten könne, müsse ferner VW als Dachgesellschaft installiert bleiben, wie der der Betriebsrat weiter von den Aufsichtsräten beider Firmen und den Familen Piech und Porsche forderte. Arbeitnehmervertreter beantragten die Beteiligung der Belegschaft am kapital und die Bündelung der Aktienanteile mit dem Ziel, „dass die Belegschaften langfristig auch ein stabiler und ernsthafter Anteilseigner bei der VW AG sind“

Auto-Union muss VW-Porsche als Namen ersetzen

Der Kampf um die Weltspitze gelänge zwar auch ohne Namensänderung, doch gab es einst in den 70ern ein Auto namens VW-Porsche. Der 914. Weil das Joint-Venture aber an den zu unterschiedlichen Images der heckmotorerprobten Eltern scheiterte, lief der der Nachfolger 924 sehr erfolgreich als reiner Porsche vom Band. Wesentliche Lektion: Nicht mehr vermischen als unbedingt nötig. Winterkorn hofft darauf, dass seine Verhandlungspartner die Grundsatzvereinbarung bis zum 13. August verabschieden. Dann ist es Zeit für ein neues Signet. Vielleicht acht Ringe für Skoda, Seat, VW, Audi, Lamborghini, Bentley, Porsche und Bugatti?