Weniger Verkehrstote in 2007

Gesamtzahl erstmals weniger als 5000

Auch im letzten Jahr hat sich der Trend zu weniger Verkehrstoten auf deutschen Straßen fortgesetzt.

Weniger Verkehrstote in 2007

(via Statistisches Bundesamt, destatis.de) Seitdem Anfang der Fünfziger Jahre mit der quantitativen Erfassung aller Unfälle und der daraus resultierenden Todesfälle in Deutschland begonnen wurde, hat es das noch nicht gegeben: 2007 kamen erstmals weniger als 5000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Nun ist das sicher noch kein Grund zu Feiern. Und die Gesamtzahl der gemeldeten Unfälle stieg sogar um 2,7 Prozent. Nach wie vor sind junge (meist männliche) Autofahrer die am meisten gefährdete Gruppe. Sie sind nicht nur im Durchschnitt risikofreudiger und unerfahrener. Auch haben sie ältere Autos mit schlechterer Sicherheitstechnik und technischen Macken. TÜV und DEKRA fordern daher (wohl nicht ohne Eigennutz), dass alle mit einem mehr als acht Jahre zurückliegenden Baujahr jährlich überprüft werden sollten.

Dennoch weisen die Daten darauf hin, dass die Fortschritte in der Sicherheitstechnologie ihren Effekt haben. Besonders wichtig scheint ESP angesichts der Zunahme von SUV s auf europäischen Straßen zu werden. Denn der hohe Masseschwerpunkt dieser Fahrzeuge macht sie anfälliger für Überschläge und seitliches Kippen. Als Antischleudersystem kann ESP dem entgegenwirken, was sich ja auch schon bei der A-Klasse von Mercedes bemerkbar gemacht hat. In Nordamerika, wo dieses Fahrzeugformat bekanntermaßen sehr beliebt ist, machen Überschläge einen hohen Prozentsatz an den Ursachen tödlicher Verkehrsunfälle aus. Eine jüngst veröffentlichte Studie geht davon aus, dass der serienmäßige Einbau von ESP in allen Kfz die Zahl der Verkehrstoten in den USA um 10.000 Fälle oder sage und schreibe 32 Prozent senken könnte (focus.de).

 

 

 

Daneben dürften aber auch verkehrspolitische Maßnahmen wie die 0,5-Promille-Grenze ihren Anteil an der Verbesserung haben. Dies zeigt auch ein Blick auf die regionale Verteilung der Daten: In den Flächenländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die berüchtigt für die hohe Zahl alkoholisiert fahrender Jugendlicher sind, ist die Zahl tödlicher Unfälle um 24 bzw. 22 Prozent zurückgegangen. Wer aber denkt, dass technische Sicherheitsvorkehrungen automatisch zu weniger Unfällen führen, irrt. Denn risikofreudige Autofahrer kalkulieren doch mit dem Sicherheitsgewinn, denn diese Systeme bieten, und fahren aus diesem Grund häufig noch waghalsiger. Für die anderen Verkehrsteilnehmer ergibt sich daraus ein höheres Risiko, insbesondere dann, wenn ihre Wagen nicht über ESP oder ähnliche Finessen verfügen. Vielleicht ist das ja auch der Grund dafür, weshalb die Gesamtzahl der gemeldeten Unfälle in Deutschland im letzten Jahr gestiegen ist.