Wiedeking verlässt Porsche

Produktionschef Michael Macht übernimmt Ruder bei Porsche

Ex-Porsche-Manager Wiedeking erhält 50 Mio. Euro Abfindung für seine Dienste

Wiedeking verlässt PorschePorschefans aufgebracht © flickr / Cezary Okupski

Nun ist es doch geschehen: Im Zuge der Porsche-Übernahme durch Volkswagen muss Wendelin Wiedeking seinen Hut nehmen. Das entschied sich gestern Nacht der Aufsichtsrat in einer Marathonsitzung. Wiedeking und auch Finanzchef Holger Härter sind mit sofortiger Wirkung entlassen. Nach der gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche verlor Wiedeking das Vertrauen vieler. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech setzte seinen Plan zur Übernahme des anderen damit durch.

Weniger Abfindung als bisher vermutet

Im Gegensatz zu den bis oft genannten 100 Mio. Euro erhält Wiedeking nun 50 Millionen, die zu gleichen Teilen an ihn und eine soziale Stiftung gehen, die nicht näher bezeichnet wurde. In ein Loch zu fallen glaube ehemalige Retter von Porsche hingegen nicht. Der 56 jährige betreibt zum Hobby Landwirtschaft und sammelt Modellautos. Zudem stellt er klar, dass ihn seine Frau und seine zwei Kinder unterstützen: „Meine Familie steht voll hinter mir. Das ist ein gutes Gefühl.“

Puristen befürchten Porsche-Verwässerung

Viele Fans der Marke äußerten in einschlägigen Foren ihre Befürchtung, Porsche könne sich durch die VW-Übernahme zu einer  Art VW-Resteverwertung entwickeln. Konkret besteht massive Ablehnung gegenüber allen VW-Teilen, kämen sie nun als Felgen, Motoren oder im Innenraum zum Einsatz. Eher sarkastisch mutete Erwartung eiens Porsche 911 mkt dem VW-typischen Frontantrieb. Die Porschesympatisanthen kritisieren zudem die mögliche Verwendung von Audi TT-Motoren im Boxster. Weiter verweisen sie auf die Konzernmarke Bentley, die trotz finanzieller Sanierung viel Eigenständigkeit verloren habe.