„Winter Diesel“ erweist sich als unnötig

ADAC: Höheren Dieselpreis an der Tankstelle nicht akzeptieren

Wer im Winter Diesel tankt, muss sich keine Sorgen machen: Mit dem regulären Dieselpreis sind keine Abstriche in Sachen Qualität und Frostsicherheit zu erwarten.

„Winter Diesel“ erweist sich als unnötigIm Winter Diesel wie üblich tanken ©flickr / twicepix

So genannter Winter Diesel, wie er im Süden Deutschlands jetzt als Produkt des österreichischen Mineralölkonzerns OMV verkauft wird, ist nach Ansicht des ADAC Nepp. Der Automobilclub erachtet hält diese Produktbezeichnung als irreführend. Sie suggeriert dem Verbraucher, er müsse im Winter diesen OMV Kraftstoff tanken, dessen Dieselpreis im Vergleich zum herkömmlichen Selbstzündertreibstoff immerhin zehn Cent teurer ist. Zudem erweist sich der Winter Diesel als schlicht nicht notwendig: Jeder Dieselkraftstoff, der in Deutschland vom 16. November bis Ende Februar zu bekommen ist wird, ist ein „Winterdiesel“, denn laut DIN EN 590 hat er bis minus 20 Grad Celsius frostsicher zu sein.

Im Winter ist jeder Diesel ein „Winter-Diesel“

Aus Sicherheitsgründen offerieren Tankstellen typischerweise im Winter Diesel, der sogar bis minus 22 Grad Celsius geeignet ist. In der Übergangszeit, die zwischen 1. Oktober und 15. November sowie vom 1. März bis 14. April herrscht, muss Dieselkraftstoff bis minus zehn Grad Celsius funktionieren. Auf diese Weise wird garantiert, dass der bei niedrigen Temperaturen versulzende Kraftstoff problemlos durch den Filter fließt. Auswertungen von Kraftstoffproben im letzten Winter haben ferner ergeben, dass alle untersuchten Kraftstoffe – zum regulären Dieselpreis – in Sachen Wintertauglichkeit mindestens der Norm entsprechen. Größtenteils befand sich die Filtrierbarkeit sogar bei rund minus 25 Grad Celsius.

Dieselpreis nicht wirklich gerechtfertigt

Der höhere Dieselpreis des OMV „Winterdiesel“ wird durch Frostsicherheit bis zu minus 35 Grad Celsius erklärt. Nicht nur bessere Kälteeigenschaften, sondern auch besondere Additive sollen Korrosion und Ablagerungen vom Motor fernhalten und eine längere Lebensdauer bewirken. Der ADAC verlangt prinzipiell, dass alle Mineralölhersteller in Deutschland im Winter Diesel-Qualitäten führen, die eine Verwendungsfähigkeit bis geringstenfalls minus 25 Grad Celsius gewährleisten, und zwar ohne Mehrkosten. In Österreich gehören derartige Qualitäten bereits zum Standard.