Audi Science Slam 2014: Welches Team gewinnt?

Pfiffige Konzepte für den Audi Urban Future Award

Nach den Teams von Mexico City und Boston waren beim Audi Science Slam 2014 Seoul und Berlin dran, ihre Konzepte für den Audi Urban Future Award vorzustellen. Und das Rennen machte…

Audi Science Slam 2014: Welches Team gewinnt?Audi Science Slam 2014: Welches Team gewinnt? ©Arild Eichbaum

Das Trendsetter-Viertel Gangnam in Seoul hat mit nationalen Befindlichkeiten zu kämpfen, schilderte Ethnograf Sung Gul Hwang beim Audi Science Slam 2014 anschaulich: „Autos sind hier ein absolutes Statussymbol, der Aufstieg in eine höhere Wagenklasse ein Ausdruck von Wohlstand und Fortschritt. Allerdings denkt keiner daran, sein Auto wie beim Carsharing mit anderen Menschen zu teilen – hygienische Bedenken. Denn hier steht fest: Komm zum ersten Date mit einem Carsharing-Wagen, und es ist auch dein letztes Date!“ Mit Fahrzeugen, bei denen die Fahrgastzelle vom Fahrgestell samt Antriebsstrang teilbar ist, soll hier langsam für ein Umdenken gesorgt werden. Dies bedeutet aber auch: Drive by wire als Ablösung der festen, mechanischen Lenksäule muss endlich er, nur so lässt sich dieses Trennsystem wirtschaftlich vertretbar umsetzten. 

Gangnam Style beim Audi Urban Future Award

Mit laminierten Spezialglas, das mehrere Stufen der Durchsichtigkeit bietet und auch als Bildschirm für die Insassen eingesetzt werden kann, soll beim Audi Urban Future Award ein Volk angesprochen werden, dessen höchstes kulturelles Gut die Unterhaltung ist – Gangnam Style in Reinkultur. Team Berlin setzte beim Audi Science Slam 2014 auf eine optisch höchst ausgefeilte Präsentation, wenig überraschend, vergleicht Biochemiker und Neurowissenschaftler Dr. Arnd Pechstein die öffentlichen Nahverkehrsnetz von Berlin und London mit – nein, das ist nicht Paris, junge Frau – einem Neuron. 

Deutscher Präzisionsvortrag beim Audi Science Slam 2014

Vorbilder aus der Natur will man im Rahmen vom Audi Urban Future Award 2014 reichlich nutzen, Angesichts der Betrachtung der Stadt als lebenden Organismen plant das Berliner Wettbewerbsteam, Erkenntnisse über das Schwarmverhalten von Insekten oder Vögeln als auch komplexe Algorithmen zu nutzen. Moderne Technik wie automatisches Einparken von Autos soll Wartezeiten minimieren und Menschen bewusst den effizientesten Weg wählen. Im Visier des Dreimannteams steht der Sprung in einen persönlichen Premium-Nahverkehr auf Basis einer Infrastruktur, die sich dynamisch individuellen Mobilitätswünschen anpassen kann. Sollte also irgendwo Stau sein, einfach in die U-Bahn wechseln. 

Drei Audi R8 für die Gewinner

Genau wie seine Mitbewerber aus Korea will das Berliner Trio die individuelle Mobilität mit der abtrennbaren Fahrgastzelle revolutionieren – die TXL Urban Tech Republic biete auf genau überschaubarem Gebiet die ideale Bedingungen für derartige Forschungen. Und man könne sich sogar gut vorstellen, dass die Bewohner, Studenten und Arbeitnehmer auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tegel die letzten Kilometer vom U- oder S-Bahnhof nicht unbedingt sitzend, sondern möglicherweise auch stehend zurückzulegen. Nachdem die fleißigen Damen von Audi nach jedem Vortrag die Stimmen ausgezählt hatten, stand rasch das Siegerteam fest: Korea! Für jedes Gewinner-Mitglied gab es einen ferngesteuerten Audi R8; dem im Oktober erkorenen Sieger des Awards winken 100.000 Euro. Allein schon für seine Pünktlichkeit hätte Sung Gul Hwanga einen Preis verdient, hatte er doch bereits nach 7:42 Minuten seinen Vortrag im Audi Forum Ingolstadt abgeschlossen.