Auffahrunfall-Studie: Nur Sicherheitsabstand hilft

Schuldige Autofahrer sind männlich und stark motorisiert

Der Auffahrunfall wurde jüngst von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) unter die Lupe genommen. Sie fand auch den meist betroffenen Autofahren-Typ heraus.

Auffahrunfall-Studie: Nur Sicherheitsabstand hilftAuffahrunfall©flickr / Dr. Keats

Der Auffahrunfall führte im Jahr 2008 rund 43.000 Mal zu Verletzten oder Getöteten; auf Autobahnen verursachte ungenügender Sicherheitsabstand sogar 29 Prozent aller Unfälle mit Todesfolge. Wie die UDV weiter ermittelte, kommen schwere oder tödliche Verletzungen bei zwei fahrenden Fahrzeugen häufiger vor als bei Auffahrunfällen, bei denen sich ein Fahrzeug bereits im Stillstand befindet. Sind mehr als zwei Autofahrer beteiligt, dramatisiere sich die Unfallschwere erheblich. Dann besteht beim jedem Auffahrunfall die 33-prozentige Wahrscheinlichkeit eines Schwerverletzten oder Getöteten.

Auffahrunfall durch zu geringen Sicherheitsabstand

Ein simulierter Auffahrunfall mit 100 km/h zeigte der UDV weiter auf, mit ungeheurer Wucht die Fahrzeuge ineinander stoßen. Der Abstand zwischen ihnen betrug 15 Meter, ein auf deutschen Autobahnen oft anzutreffender Wert. Dieser bei weitem zu geringe Sicherheitsabstand lässt auch dem geübtesten Autofahrer keine Chance in Form von genügend Reaktionszeit, um rechtzeitig auf die Bremse zu treten, wenn beim Vordermann die Bremslichter aufleuchten. Was die UDV ihren Statistiken noch entnehmen konnte: 80 Prozent der Auffahrunfälle geschehen auf freier, ungestörter Straße. 

Autofahrer: männlich, mittelalt, crasht…

Den typischen Auffahrunfall verursachen in acht von zehn Fällen männliche Autofahrer, mittleren Alters, die als beruflich gut situierte Vielfahrer mit langjähriger Fahrerfahrung von stark motorisierten Pkw fälschlich meinen, das erhöhte Risiko mit seiner Fahrpraxis ausgleichen zu können. Verkehrspsychologen haben erkannt, dass der richtige Sicherheitsabstand trotz der relativ einfachen Regel „Abstand = halber Tacho“  aufgrund unheilvoller Wechselwirkung missachte wird: Die Fahrer schätzen meist sowohl Entfernung als auch Tempo zu niedrig ein. Probate Abhilfe: regelmäßiger Tachoblick und Orientierung am Abstand der Leitpfosten.