Falsche Kraftstofffilter im Labor führen zu tausenden Winterpannen

ADAC: Dieselfilter-Richtlinie muss modernisiert werden

Eine Untersuchung der Clubzeitschrift ADAC Motorwelt beantwortete jetzt die Frage, warum in diesem Winter auch viele aktuelle Diesel-Pkw bei extrem tiefen Temperaturen „auf der Strecke“ liegen blieben. Eine Mitschuld tragen die Kraftstofffilter – im Labor.

Falsche Kraftstofffilter im Labor führen zu tausenden WinterpannenDieselfilter verstopft? ©flickr / Debarshi Ray

Kraftstofffilter, mit denen im Prüflabor die Filtrierbarkeit von Dieselkraftstoff und damit auch die Funktionsfähigkeit des Sprits bei Minustemperaturen festgestellt werden, sind viel zu grob gestrickt. Heute in den Pkw mit Selbstzünder verbaute Dieselfilter filtern den Kraftstoff rund fünf Mal feiner als im Labortest. Daher bleiben Paraffinkristalle (Wachs), die bei niedrigen Temperaturen im Dieselkraftstoff entstehen, in den modernen, feinmaschigen Filtersystemen hängen. Der Sprit, beziehungsweise dessen Klassifizierung, ist also nicht mit den neuen Filtern kompatibel. Die Folge: Der Dieselfilter verstopft, auch viele Neuwagen mit modernen Filtersystemen bleiben bei Minusgraden liegen.

Kraftstofffilter und Prüfstandards müssen zusammenpassen

Der ADAC apelliert an die Produzenten von Dieselautos und an die Mineralölindustrie, die betagte Diesel-DIN-Norm (DIN EN 590) zu erneuern und zu einem gemeinsamen Prüfstandard zu finden. Dieser muss sich an den Stand der augenblicklich genutzten Kraftstofffilter anpassen. Sollte dies nicht geschehen, stecken im nächsten Winter wieder tausende Dieselfahrer mit Frust im Frost fest.

Dieselfilter verstopft – der Wagen steht

Neben der Schwierigkeit der unzeitgemäßen Diesel-Norm, bleiben verschmutzte Kraftstofffilter weiterhin ein Thema. Auch ihnen ist zum Teil das hohe Pannenvorkommen in diesem Winter zuzuschreiben: Dieselfahrern empfiehlt der ADAC daher, die Wartungsintervalle ernst zu nehmen und einzuhalten sowie den Filter regelmäßig auszutauschen. Denn: Ist der Dieselfilter verstopft, bringt das sulzige „Dieselgelee“ den Wagen schon bei weniger als 20 Grad Minus zum Stillstand.