Infiniti kommt auf den europäischen Markt

Auto-Salon Genf

Mit der Präsentation von vier Modellen beim Genfer Autosalon soll eine neue Ära im Oberklasse- und Luussegment eingeläutet werden.

Infiniti kommt auf den europäischen MarktDer Infiniti EX (Foto von 2005) ist ein merkwürdiger Mix aus Lim

Traditionell geben japanische Autohersteller ihr Debut mit günstigen Wagen der Kompaktklasse: Dies war bei Toyota nicht anderes als bei Nissan oder Mazda. Weil die Kunden sich über die Qualität neuer Marken nicht so sicher sind, kann man sie am besten mit besonders günstigen Preisen ködern. Mit diesem Argument versuchen ja auch chinesische Hersteller wie Brilliance, in Europa einen Fuß in die Tür zu kommen. Infiniti jedoch bricht mit dieser Tradition. Die Edelmarke aus dem Hause Nissan ist in den USA bereits fest etabliert. Ganz wie das Toyota-Derivat Lexus wirbt Infiniti offensiv mit dem Anspruch, „Luxury Cars“ zu bieten. Somit sieht man also keinen Grund, sich hinter den hierzulande bekannten Modellen und Marken zu verstecken oder gar von ihnen abzukupfern.

Vier Modelle stehen demnächst beim Händler: Das viertürige „Crossover-Coupé“ EX 37, die darauf aufbauende, stärker an echten SUV orientierte Version FX. Als reinen Straßenwagen hat Infiniti die Limousine G37, ungefähr vergleichbar mit dem Mercedes E-Klasse, und eine darvon abgeleitete Coupé-Version im Angebot. Der FX bringt in jedem Fall neue Akzente in das Segment der SUV. Während Audi und andere zu einem bulligen, an echten Geländewagen orientierten Äußeren neigen, kommt der EX ziemlich elegant daher. Eine für SUV recht geringe Bodenfreiheit und eine sehr stromlinienförmige Optik lassen den Wagen ein wenig als aufgebocktes Sportcoupé mit vier Türen erscheinen. Angeblich ist der Wagen bei freien Importeuren in Europa schon jetzt äußerst beliebt.

Technisch basieren die Modelle zur Gänze auf Plattformen der Muttermarke Nissan und erhalten erst durch technische Aufwertungen und eine edlere Innenausstattung eine eigene Prägung. Das hat natürlich den Vorteil, dass erprobte und in hohen Stückzahlen hergestellte (also kostengünstiger produzierte) Bauteile für die Wagen zur Verfügung stehen. Ob Infiniti jedoch in allen Bereichen die behauptete Premiumqualität bietet oder vielmehr in weiten Teilen Badge-Engineering auf der Basis von Kompaktklassefahrzeugen, wird sich noch zeigen.