Kalifornien sucht Lösungen gegen Verkehrsinfarkte und Umweltverschmutzung

Ökologie

Bislang gelten die USA nicht gerade als Vorreiter einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik. Doch zumindest in Kalifornien vermehren sich die Zeichen, dass sich dies ändert.

Kalifornien sucht Lösungen gegen Verkehrsinfarkte und UmweltverschmutzungEin sog. Cable Car in San Francisco

Einige Ideen der dortigen Verkehrsplaner laden zur Nachahmung ein. Das amerikanische Äquivalent zu den deutschen Autobahnen, die Interstates, haben teilweise mehr als zehn Spuren und werden täglich von hunderttausenden Autos genutzt. Das Verkehrsverhalten der meisten Amerikaner bringt es jedoch mit sich, dass auch diese großen Straßen regelmäßig überlastet sind und die Fahrer Stunden in Staus verbringen müssen. Zudem tragen die Amerikaner mit ihren Autos zur schlechten Klimabilanz des Landes bei. Doch dies beginnt sich zu ändern. Die schlechte Geschäftsentwicklung von Ford zeigt beispielhaft, dass auch auf dem US-amerikanischen Markt der Trend zu sparsameren und kleineren Wagen geht. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist der außerordentliche Erfolg der Hybrid -Autos Prius von Toyota .

Auch die Politik dringt auf Änderungen: Dem 2006 in Kalifornien verabschiedeten „Warming Solutions Act“ zufolge, sollen die CO2-Emissionen im Bundesstaat auf den Stand von 1990 zurückgefahren werden. Hierzu ist eine Verringerung des Automobilverkehrs unbedingt notwendig. Daher werden hier wie auch in anderen Staaten die öffentlichen Verkehrsmittel ausgebaut. Gerade hat Siemens mit der Stadt Denver (Colorado) einen Vertrag über den Bau einer Straßenbahn im Wert von umgerechnet 125 Millionen Euro abschließen können. Auch in San Francisco ist Siemens im Geschäft.

Eine weitere Regulierungsmaßnahme ist die Einführung einer nach Wagengröße gestaffelten Maut. Ab 2012 soll auf einer kalifornischen Interstate ein Drittel der Spuren für Personenbusse und Vans reserviert werden. Diese müssen zudem einen verminderten Mautbetrag zahlen. Über eine Übertragung dieses Systems auf Sprit sparende Wagen im Allgemeinen wird beraten. In New York wird die Einführung einer City -Maut, wie sie London bereits hat, erwogen (via sueddeutsche.de). Noch hat das Auto in den USA den Vorteil, dass die Schienennetze für den öffentlichen Personennahverkehr relativ schlecht ausgebaut sind. In den dicht besiedelten Gegenden Kaliforniens ist es aber schwer, neue Schienen zu legen; und in den ländlichen Regionen sind Straßen- und S-Bahnen keine Alternativen zum Auto.

 

Die Interstate 405 mit zehn Spuren

 

Es bleibt also festzuhalten: Die Stadtplaner und Verkehrspolitiker in den USA haben zwar in der Vergangenheit vergleichsweise wenig Wert auf eine Reduktion des automobilen Verkehrsaufkommens gelegt. Unkonventionelle Ideen wie die Öko-Spur auf größeren Straßen könnten aber auch für uns ein Vorbild sein.