Kommt die CO2-Steuer?

Ökologie

Neue Steuermodelle sollen die Kosten für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß erhöhen. Im Ausland ist man hier schon wesentlich weiter.

Kommt die CO2-Steuer?SUVs wie dieser Jeep Wrangler Ultimate könnten bald extrem teuer

Fachleute und Funktionäre fordern seit langem, die Kfz-Steuer nicht in Abhängigkeit vom Hubraum, sondern vom tatsächlichen Schadstoffausstoss zu erheben. In ihren Bemühungen um eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von Autos ist die Politik in Deutschland nicht sehr weit gekommen; auch auf dem letzten Automobilsalon in Genf wurden neben einigen Kleinwagen reichlich luxuriöse Spritfresser gezeigt.

Klar ist: Damit sich hier etwas ändert, muss sich die Nachfrage verändern; erst wenn Käufer sparsamere Autos verlangen, werden die Hersteller auch gewillt sein, vermehrt solche anzubieten. Dazu aber ist die Kfz-Steuer in Deutschland in ihrer aktuellen Form nicht geeignet. Denn die Bemessungsgrundlage ist der Hubraum des Fahrzeugs. Dies führt dazu, dass pauschal größere Fahrzeuge stärker als kleinere besteuert werden; besonders schadstoffarme Wagen werden auf diese Weise aber nicht bevorteilt und es gibt keinen Anreiz für entsprechende Investitionen. Das von der EU vorgesehene Strafgeld für Hersteller in Abhängigkeit vom durchschnittlichen Verbrauch der Wagen in ihrer Flotte ist ebenfalls untauglich: Auf diese Weise werden ebenfalls Hersteller ineffizienter Kleinwagen bevorteilt. Der Vekehrsclub Deutschland legte Anfang des Monats ein Rechenmodell vor, nachdem etwa ein VW Touareg TDI mit knapp 13 Litern Verbrauch rund 2700 Euro Steuern im Jahr kosten würde. Der hybridbetriebende Toyota Prius hingegen würde nur 41 Euro kosten (auto,motor und sport). Matthias Wissmann, Vorsitzender des Verbandes der Automobilindustrie, fordert ebenfalls seit langem ein an ökologischen Faktoren ausgerichtetes Steuersystem. Dies könnte auch darauf hinauslaufen, die Besteuerung ganz vom Fahrzeug zu lösen; etwa könnte man die Mineralölsteuer erhöhen und somit die Fahrzeughalter somit gleich zu einem sparsameren Fahrverhalten ermuntern.

Natürlich steht diesen Bemühungen momentan noch die Sorge um die deutsche Automobilindustrie entgegen. Weniger Skrupel hat man naturgemäß in Ländern ohne eigene Hersteller. In Portugal etwa muss der Käufer des genannten Touareg beim Neukauf eine Einmalzahlung von 11.000 Euro leisten, für einen Renault Twingo nur 50 Euro(auto,motor und sport).