Mercedes-Benz nutzt Bioethanol aus Stroh

Biosprit-Rohstoff vergammelt nicht nutzlos auf dem Kompost

Die Vision von nachhaltig erzeugten Treibstoffen rückt näher: Mercedes-Benz arbeitet mit den Spezialchemie-Unternehmen Clariant und Haltermann zusammen, um Bioethanol der zweiten Generation in einem Flottentest auf die Straße zu bringen.
 

Mercedes-Benz nutzt Bioethanol aus StrohFahrzeuge vor der Demonstrationsanlage ©2013 Daimler AG

Das Pilotprojekt bringt einen neuen Biosprit in den Tank: sunliquid20 stellt ein Superbenzin mit 20 Prozent Zellulose-Ethanol dar. Dieses Bioethanol wird aus Agrar-Reststoffen wie zum Beispiel Stroh gewonnen und steht folglich nicht in Rivalität zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Binnen der nächsten zwölf Monate lassen sich die Fahrzeuge der Mercedes-Benz Testflotte an einer eigens dafür errichteten werksinternen Tankstelle in Stuttgart-Untertürkheim mit dem neuen Biokraftstoff betanken. Mit einer hohen Oktanzahl (RON) von mehr als 100 ist ein optimaler Wirkungsgrad garantiert.

sunliquid20 mit hohem Bioethanol-Anteil ist kein Problem für die Motoren

Die für die Biosprit-Herstellung nötige Entwicklungsarbeit führt Mercedes-Benz schon seit längerem durch: „Mobilität nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, ist eine unserer Kernaufgaben. Insbesondere bei den Biokraftstoffen der zweiten Generation sehen wir große Potentiale in punkto Nachhaltigkeit und CO2-Einsparung. In unseren BlueDIRECT Ottomotoren lässt sich daher schon heute Benzin mit 20 Prozent Ethanol-Anteil problemlos verwenden. Das bietet optimale Voraussetzungen für beste Wirkungsgrade und hohe Treibhausgaseinsparungen“, erläutert Peter Lueckert, Leiter der Entwicklungsabteilung Motoren, Powertrain und Einspritzung der Daimler AG.

Biosprit aus Stroh soll Rohöl-Verbrauch in 2020 bis zu 25% reduzieren

Zellulose-Ethanol ist Bioethanol aus Agrarreststoffen wie Weizenstroh und senkt die CO2-Emissionen gegenüber fossilem Kraftstoff erheblich. „Nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe leisten einen relevanten Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb haben wir uns auch bewusst dafür entschieden, dieses Pilotprojekt zu unterstützen“, erklärte Udo Hartmann, Leiter Konzernumweltschutz der Daimler AG die Unterstützung vom Biosprit. „Weltweit, auch in Deutschland, bleiben heute noch große Mengen an Agrarreststoffen ungenutzt. Mit Zellulose-Ethanol könnte rund ein Viertel des für 2020 prognostizierten europäischen Benzinbedarfs gedeckt werden – ein wichtiger Baustein hin zur nachhaltigen Mobilität.“