Neuwagen werden wieder teurer

Händler halten sich mit Rabatten zurück

Im letzten Jahr reagierten Neuwagenhändler auf eine schwere Absatzkrise mit großzügigen Sonderangeboten. Die Zeit für diese Schnäppchen scheint aber vorbei zu sein.

Neuwagen werden wieder teurer

Nach einer Studie des an der Fachhochschlue Gelsenkirchen angesiedelten „Center Automotive Research“ ist der Anteil von Rabattangeboten von 16,5 Prozent im vergangenen Sommer auf nun nur noch 14,5 Prozent zurückgegangen. Bereits im November hatte die Tageszeitung „Die Welt“ exklusiv aus der Studie zum damaligen Zeitpunkt berichtet. Die Rabattrate lag bei nur noch 15,5 Prozent. Als Gründe für diesen Rückgang wurden die besseren wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland genannt, die zu einer gestiegenen Nachfrage geführt hätten. Zugleich zeigte sich auch ein differenziertes Bild bei der Art der Autos, die für weniger als die unverbindliche Preisempfehlung einen Käufer fanden: Zwar wurden immer weniger Vorführwagen und allgemein Autos mit Tageszulassung mit starken Vergünstigungen belegt. Sondermodelle und Autos, die per Sonderfinanzierung erworben werden, sind aber nach wie vor stark verbilligt zu haben.

Eine weitere nach wie vorhandene Sparmöglichkeit ist der Reimport . Der US-Dollar hat sich noch längst nicht von seiner Schwäche erholt, die Preise für europäische Wagen werden aber nicht an den veränderten Wechselkurs zum Euro angepasst. Als Folge davon kann man deutsche Autos in den USA teilweise für weniger als zwei Drittel des hiesigen Preises erwerben: Das Magazin „Focus “ will beispielsweise einen VW Tiguan für 16.500 Euro (brutto) in Amerika gesichtet haben. Dies entspräche einer Ersparnis von 10.000 Euro. Auch auf lange Sicht könnten Neuwagen im Allgemeinen aber wesentlich teurer werden: Die Europäische Union hat im letzten Jahr strengere Grenzwerte für die Schadstoffemissionen von Pkw erlassen. Auf die in Deutschland beliebten inländischen Hersteller kommen wegen der vergleichsweise hohen Verbrauchswerte ihrer Wagen wohl empfindliche Strafzahlungen zu, die wiederum an die Kunden weitergereicht werden könnten. Da bleibt dem Autokäufer also wohl nur, auf die nächste Wirtschaftskrise zu warten. Wenn er sich dann noch einen Neuwagen leisten kann.