TomTom nutzt Kundendaten für seine Navis

Navigationsgeräte

TomTom sammelt Daten über das Fahrverhalten seiner Kunden, um die Routenplanung seiner Geräte zu optimieren.

TomTom nutzt Kundendaten für seine NavisEin Navi von TomTOm

Was ein gutes Navi ausmacht, zeigt sich wohl weniger an der Technik, die ja recht simpel ist. Viel wichtiger ist es, dass das Gerät seine Empfehlungen aus der Grundlage korrekten Kartenmaterials trifft. Da sich aber Kleinigkeiten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen oder die Verkehrsführung öfter mal ändern, müssen die Hersteller mit großem Aufwand die verzeichneten Strecken selbst abfahren und Änderungen notieren. Um konkurrenzfähig zu bleiben, bietet etwa Falk alle drei Monate Updates seines Kartenmaterials an.

Diese Mühe will sich das amerikanische Unternehmen TomTom nicht mehr machen und hat sich daher dem Trend des „Crowdsourcing“ angeschlossen: Unternehmen nutzen verstärkt die tätige Mithilfe ihrer Kunden, um ihre Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern oder zu vermarkten. Getreu diesem Schema überlässt TomTom es den Kunden, auf Änderungen in den Verkehrsverhältnissen aufmerksam zu machen. Das „MapShare“ genannte Prinzip ermöglicht es Nutzern, wenn sie Fehler in den Karten der TomTom-Navis entdecken, diese sofort an ihrem Gerät zu verbessern. Darüber hinaus wird die Änderung wird dann automatisch an die Zentrale weitergeleitet und in alle anderen verkauften Geräten des Herstellers implementiert. Außerdem nutzt TomTom die Fahrten seiner Kunden dazu, Daten zu den entsprechenden Strecken zu sammeln. So werden zum Beispiel die Fahrzeiten für bestimmte Routen an bestimmten Tageszeiten gemessen und an eine zentrale Erfassungsstelle weitergeleitet, wo sie mit statistischen Methoden analysiert werden können. Ein mögliches Problem dieses Prinzip: Aus Sicht des Unternehmens würde es Sinn machen, dem Fahrer auch abwegige Strecken vorzuschlagen, um zu testen, wie lange die entsprechende Fahrzeit ist. Auf diese Weise würde der Kunde zum unfreiwilligen „Checker-Pig“ für das Unternehmen werden.