Trabant

Historische Automobile

Der Inbegriff der Automobilproduktion in der DDR überlebte die Wiedervereinigung nur um ein Jahr.

Sachsen ist das traditionelle Zentrum der Automobilproduktion im Osten Deutschlands: Hier befanden sich beispielsweise die Auto-Union-Werke, aus denen die nach Ingolstadt in Bayern umgezogene Marke Audi hervorgehen sollte. Die in Sachsen verbliebenen Werke bildeten in den fünfziger Jahren die Grundlage für die Produktion eines Kleinwagens für breite Bevölkerungsschichten, den Trabant. Dieser Name ist von den Erfolgen der sowjetischen Raumfahrt in diesen Jahren (v. a. der Satellit „Sputnik“) inspiriert gewesen.

Die erste Bauserie des Trabant mit 500 ccm Hubraum kam 1957 heraus und war mehr oder weniger auf dem Stand der damaligen Technik. Die wesentliche technische Merkmale der späteren Modelle waren auch schon hier vorhanden: Der Wagen hatte einen Zweitaktmotor und musste daher mit einem entsprechenden Gemisch betankt werden. Der Tank befand sich nicht wie üblich im hinteren Teil des Wagens, sondern war in den Motorblock integriert. Die Karosserie schließlich bestand aus einem Phenoplast-Konststoff. Der Grund für die Wahl dieses Materials war allenfalls nachrangig Gewichtsersparnis, wie man in Zeiten hoher Treibstoffpreise denken könnte; der DDR fehlte es wegen des Embargos durch die westlichen Industrienationen schlicht an Zulieferern für Autobleche. Insgesamt aber war der erste Trabant auf der Höhe der Zeit und ähnelte in Leistung und Optik ein bisschen der damaligen „Bubble-Cars“ aus westeuropäischer Produktion wie etwa dem DAF 600. In den sechziger Jahren hatte die Industrie der DDR bereits große Schwierigkeiten, den Anschluss an Westdeutschland zu halten. Dies zeigte sich auch bei der Vorstellung der zweiten Trabant-Generation, die sich nur unwesentlich vom Vorgänger unterschied.

Nach nur drei Jahren wurde das Modell zum Trabant 601 überarbeitet, der bis zur Wendezeit produziert wurde und eigentlich als Synonym für den Trabant gelten kann. Dies ist unter anderem dadurch zu erklären, dass eine zeitgemäße, sachlichere Optik gewählt wurde; auf Zierleisten und allzu geschwundene Formen wurde verzichtet. Auch dieser Trabant 601 erhielt einen Zwei-Takt-Motor. Wirtschaftliche Schwierigkeiten verhinderten eine grundlegende Weiterentwicklung der Baureihe, so dass der 601 bis ins Jahr 1989 ohne Nachfolger blieb. Erst der Kauf einer Lizenz zum Nachbau eines VW-Viertaktmotors brachte eine wesentliche Neuentwicklung, die zur Produktion des Modells 1.1 führte. Die Öffnung des ostdeutschen Marktes im Zuge der Wiedervereinigung bedeutete aber für den Trabant 1991 das Aus.