Volles Haus beim Audi Science Slam 2014

Wessen Idee zum Audi Urban Future Award begeistert das Publikum?

Anlässlich des Audi urban Future Awards stellten die vier Teams am vor kurzem im Audi Forum Ingolstadt ihre Ideen zur Verbesserung der jeweiligen Situation vor – und zwar einem breiten Publikum. Wir waren vor Ort im Audi Forum und durften mit bewerten.

Volles Haus beim Audi Science Slam 2014Beim Science Slam geht es um die Mobilität der Zukunft ©Audi AG

Das Prozedere beim Audi Science Slam 2014 war unkompliziert: Ein Vertreter jeder Gruppe hat exakt zehn Minuten Zeit, den Teambeitrag zum Audi Urban Future Award vorzustellen. Kennen wir ja alle von Poetry Slams, so die Science Slam-Erfinderin und Moderatorin Julia Offe. Doch dem war überraschenderweise nicht so, die große Mehrheit der Anwesenden hatte keinen Draht zu derartigen Veranstaltungen, wo mehr oder minder begabte Laiendichter ihre Werke zum Besten geben. Danach lag es bei den anwesenden Journalisten und ausgesuchten Gästen, die Präsentation anhand eines Ampelsystems in Kartenform zu bewerten. Rot gleich null Punkte, Gelb ist ein Punkt und Grün derer zwo. Eine ansehnliche Glücksfee aus dem rund 200 Personen starken Publikum legte per Ziehung die Reihenfolge fest: Mexico City macht den Anfang, gefolgt von Boston, Seoul und schließlich Berlin. 

Team Mexico City gibt im Audi Forum den Auftakt

Team Mexico City läutet den Audi Science Slam 2014 ein, es gilt, ein Konzept für die dauerhaft verstopften Zufahrtsstraßen nach Santa Fe, einem wirtschaftlich geprägten Boom-Stadtteil zu finden. Das Team will Mobilität wie ein lebendes System begreifen und entsprechend anpassungs- und lernfähig, robust und selbstorganisierend gestalten. Dafür sind Sensoren und Aktoren notwendig. Letzte sind in Form von täglich 200.000 Pendlern, die die „Reformida Santa Fe“ tagtäglich verstopfen, reichlich vorhanden. Zudem sei jetzt die Technologie in Form von Smartphones nun weit ausreichend verbreitet. Das Wettbewerbsteam will historische Verkehrsdaten mit Echtzeitdaten aus verschiedenen Quellen verknüpfen, um Mobilität lebendig werden zu lassen.

Smartphones spielten beim Audi Science Slam 2014 eine große Rolle

Eine umfassende Sammlung per Smartphone soll die hierzu nötigen Daten liefern. Die Bereitschaft der Bevölkerung, als „Data Donors“ mitzuwirken sei groß, scherzte Carlos Gershenson, IT-Wissenschaftler und Professor an der Universidad Nacional de Mexico: „Wir geben ihnen einen reellen Ausblick darauf, täglich nicht mehr zweieinhalb Stunden im Stau zu verbringen, und könnten dafür alle Passwörter und Kreditkartennummern bekommen. Die Leute haben überhaupt keine Lust mehr, Zeit im Auto zu verbringen, ohne voranzukommen.“ Team Boston will beim Audi Urban Future Award 2014 eine Marktsituation für intermodale Mobilitätslösungen zwischen Automobilherstellern, Immobilienentwicklern und Stadt erreichen. Ziel ist ein multimodaler Mobilitätsmarktplatz mit dem Anspruch, das Stadterlebnis zu verbessern und der Öffentlichkeit die besten Möglichkeiten zu bieten. 

Ein Ford-Werk beim Audi Urban Future Award 2014

Zudem hat Team Boston mit schlechter Raumausnutzung rund um das Gebiet „Assembly“,zu kämpfen. Jene alte Ford-Fabrik, in der in den späten 1950ern der Jahrhundertflop Edsel gebaut wurde, beherbergt nun angesagtes Kleingewerbe, Bars und Restaurants – unter anderem ein deutsches mit viel Wurst, wie Stadtplaner Philip Parsons sich freute, vermelden zu können. Eines der Grundprobleme sind die unnötig breiten Fahrspuren des Bostoner Straßenetzes. Außerdem soll zum Beispiel auf dem Assembly-Areal moderne Technik in Form von Parkassistenten dafür sorgen, dass kein Parkraum verschenkt wird. Dennoch, die datenlastige Präsentation zieht bei den Gästen vom Audi Science Slam nicht, das Publimus reagiert verhalten.