Wie aus Chrysler Lancia wird

Fiat labelt Chrysler zu Gunsten von Lancia um

Weswegen aus Chrysler- Lancia-Autohäuser werden sollen, verstehen wohl nur die Italiener selbst. Warum Fiat eine Mittelklassemarke einstellt, die der anderen nie in die Parade fuhr, ist sehr fraglich.

Wie aus Chrysler Lancia wirdChrysler wird Lancia ©flickr / smaedli

Ob es klug war, aus Chrysler Lancia zu machen, wird sich bald zeigen – denn die mit dem Pentastar verbundenen Assoziationen wie ungestüme Hemi V8-Kraft, Heckantrieb und hemdsärmeliges, kerniges Design kann und sollte Lancia nie liefern. Doch nachdem Fiat am 1. Juni den Vertrieb der Marken Chrysler, Dodge und Jeep seines „Partnerkonzerns“ Chrysler angetreten hat, dürfen die bisherigen Chrysler-Händler schon bald auf ein neues  Schild an ihrem Autohaus erwarten: Im Rahmen mit der Übernahme vom Chrysler-Vertrieb wurde auch das Händlernetz von Chrysler Lancia angeschlossen. Dieser Prozess soll bis Jahresende fertiggestellt sein.

Statt 300 C von Chrysler Lancia 300 C kaufen

Auch diejenigen, die Chrysler Lancia vorziehen, werden künftig ein Autohaus der Fiat-Tochter aufsuchen müssen, da auch jene Händler, die Chrysler-Autos verkaufen, den Pentastar ihrer Niederlassungen gegen das L im Wappenschild tauschen. Selbiges Rebadging erwartet auch für die von Chrysler konzipierten und in Europa abgesetzten Fahrzeuge, die mit Ausnahme der Chrysler-Marke Jeep in Zukunft auch das Lancia-Logo tragen werden. Damit wird Chrysler abgesehen von Großbritannien auf dem europäischen Automarkt nicht mehr vertreten sein und lediglich in Nordamerika existieren.

Fiat will Absatz vervierfachen

Damit erzielt Fiat, dass viele bisherige Lancia-Autohändler bald auch das Jeep-Signet zeigen und bei zahlreichen ehemaligen Chrysler-Händlern neben dem Lancia-Emblem weiterhin das Jeep-Logo anzutreffen ist. Fiat Deutschland erwartet, dass sich aus den bisherigen 70 Lancia- und 112 Chrysler-Händler ein neues Chrysler-Lancia-Vertriebsnetz von 154 Autohäusern ergeben wird, von denen nur 27 nicht die Marke Jeep vertreiben wollen. Wie Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne sich vorstellt, sollen die Absätze der Fiat-Töchter Alfa-Romeo und Lancia von 200.000 im Jahr 2009 auf weltweit 800.000 im Jahr 2014 angehoben werden.