Der Audi Urban Future Award 2014 geht nach Mexico City

Datenerhebung ist beim Urban Future Award das A und O
Der Audi Urban Future Award 2014 geht nach Mexico City

Beim Audi Urban Future Award 2014 traten vier interdisziplinär besetzte Teams an, Städtebau- sowie Mobilitätskonzepte für spezielle Problemzonen ihrer Metropole zu finden. Wir wohnten der Preisverleihung im Berliner Palazzo Italia bei.

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Am 10. November erklärte Prof. Rupert Stadler, Vorstandvorsitzender der Audi AG nach einigen Vorträgen, die die Spannung noch weiter steigerten, kurz und knapp: „Mir liegt kein Briefumschlag vor. Aber: Mexiko!“ So gewann ein interessantes und preiswert umsetzbares Konzept zur Datensammlung im großen Stil per smartphone-App, um die massiven Verkehrstaus einzudämmen und die Lebensqualität zu erhöhen. Für uns deutlich interessanter waren aber die Herausforderungen vor der eigenen Haustür, namentlich der Erschließung des Areals der Urban Tech Republic auf dem Areal des jetzigen TXL – sobald der Skandalflughafen BBR denn mal fertig ist. Wir sprachen mit Max Schwitalla, dem Architekten vom Berliner Team.

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Herr Schwitalla, als Berliner finde ich es natürlich besonders schade, dass Ihr Konzept zur Erschließung der TXL Urban Tech Republic beim Audi Urban Future Award 2014 nicht zum Sieger erkoren wurde. Woran lag es Ihrer Meinung nach?

Wir haben mit den selbstfahrenden Autos eine gemäßigte Vision geliefert und mit den Fly Wheels (Scheibenförmige, modular zusammensteckbare Einsitzer, die Redaktion) eine sehr Wilde. Hinzu kommt, dass Berlin noch lange nicht am Verkehrskollaps zu ersticken droht wie andere Städte, zum Beispiel Mexico City. Zudem ist Big Data zurzeit ein sehr großes Thema, und da war das mexikanische Team natürlich nicht zu schlagen. Wir wiederum haben die Daten bereits als gegeben angenommen und uns darum auf die räumlich-physischen Konsequenzen konzentriert.

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Ist das Thema Urban Tech Republic für Sie damit gestorben?

Nein, absolut nicht! Mobilität und gebauter Raum ist die Grundlage unsres Büros, der unser spezielles Interesse gilt. Ich sehe in diesem Bereich großen Handlungsbedarf, wir sind noch jung und müssen dran bleiben! Dass unser Konzept den Audi Urban Future Award 2014 nicht geholt hat, hindert uns in keiner Weise daran, die Ideen anderweitig zu verfolgen und einzureichen. Die Urban Tech Republic basiert ja zu großem teilen auf dem noch in Betrieb befindlichen , aber denkmalgeschützten Flughafen Berlin-Tegel.

 

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In wie weit haben Sie für Ihr Urban Future Award-Konzept vorhandene Infrastruktur benutzt?

Nun, auf den Straßen wollten wir die selbstfahrenden Elektroautos nicht haben. Aber auf der Schiene, zumindest auf dem, was von der Trasse der sogenannten Siemensbahn übrig geblieben ist, auch wenn diese ehemalige S-Bahn-Linie zwischen Jungfernheide und dem Flughafen eine kleinen Umweg macht. Wir stellen uns dort einen umweltschonenden Straßenbelag vor, der problemlos rückbaubar ist – also kein Asphalt – und den E-Autos Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erlaubt. Die Fly Wheels können ab Jungfernheide bis zum Zielbahnhof auf dem U-Bahn-Netz mitfahren und erst dort die letzten Meter auf der Straße zurücklegen.

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Worin liegt die größte Herausforderung bei der Umsetzbarkeit Ihres Konzepts?

Die liegt ganz klar bei den Fly Wheels. Diese ließen sich unserer Meinung nach mit einem kompetenten Technologiepartner innerhalb von zwei Jahren als Konzept realisieren. (lacht) Audi hat ja unsere Telefonnummer.

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Vielen Dank, Herr Schwitalla. Wir drücken die Daumen für die Umsetzung Ihres TXL-Konzepts!  

Bilder: Impressionen vom Auid Urban Future Award ©Arild Eichbaum (4) AUDI AG (2)