Audi A6 3.0 TFSI: Kompressor statt Turbo

Audi startet in der oberen Mittelklasse durch

Mit dem A6 ist Audi dabei, erfolgreich die obere Mittelklasse aufzumischen. Die Wiederentdeckung einer alten Technik zur Motoraufladung soll mithelfen, diesen Erfolg zu verstetigen.

Audi A6 3.0 TFSI: Kompressor statt TurboAudi startet in der oberen Mittelklasse durch (Foto: flickr.com)

Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind in Deutschland mehr A6 als Mercedes E-Klasse oder 5er BMW s verkauft worden (focus auto). Audi will seinen momentanen Vorsprung mit einem dezenten Facelift des A6 ausbauen. Neben optischen Kleinigkeiten hat Audi technisch einen großen Sprung gemacht. Beim V6-TFSI kommt statt eines Turbolader ein Kompressor zum Zug.

Der Unterschied zwischen beiden Systemen besteht darin, dass beim Turbolader die nötige Energie zur Verdichtung teilweise durch die Bewegungsenergie des Motorabgases geliefert wird. Zu diesem Zwecke befindet sich eine Turbine im Abgasrohr. Beim Kompressor hingegen wird der Verdichter direkt vom Motor angetrieben. Kompressormotoren sind beileibe keine neue Erfindung, Audi setzte sie im Rennsport schon in den 30er Jahren ein, um dann vierzig Jahre später auf den Turbolader umzusteigen (motor-talk). In dieser Zeit führte Saab den Turbo in die Serienfertigung ein. Der Grund für das abermalige Umschwenken liegt darin, dass diese Technik besonders gut zur im TSF 3.0 ebenfalls verwendeten Direkteinspritzung passt, bei der das Benzin ohne vorherige Vermischung in der Vorkammer direkt in den Zylinder eingespritzt wird. Da die Vorkammer entfällt, ist der Weg, den das Gasgemisch nach der Verdichtung zurücklegen muss, sehr gering, und es gibt weniger Strömungsverluste. Ein weiterer Vorteil: Es entfällt das bei der Turbinenaufladung gefürchtete „Turboloch“; wenn man nur sehr schwach aufs Gas drückt, entwickelt die Turbine keine ausreichend große Energie, und eine nennenswerte Verdichtung des Gasgemisches kommt nicht zustande. Ein allseits bekannter Nachteil dieser Technologie ist jedoch ein höheres Laufgeräusch, dass durch den motorgetriebenen Kompressor verursacht wird. Dieses Problem konnte auch beim neuen A6 nicht behoben werden (auto, motor & sport).