Der Nissan GT-R

Endlich eigenständig.

Nissans GT-R bietet dynamisches Design und Leistung satt.

Der Nissan GT-RSportskanone Nissan GT-R (Quelle: flickr / tienfijvtien)

Nachdem viele Autos aus Fernost lediglich um die Anzahl kopierter europäischer und amerikanischer Designelemente, nicht aber durch eigenen Stil konkurrieren konnten, kommt der Nissan GT-R genau richtig. Dennoch begeistert er den ambitionierten Fahrer aber zuletzt durch seinen ausgeklügelten optischen Feinschliff. Primär verzücken Motor und Getriebe.

 

GT-R  glänzt mit Biturbo-Sechszylinder

Unter der Haube rumort’s kräftig, ein 3,8 l V6 thront hier. Mit seinem Hofstaat aus zwei Turboladern lässt er dank 485 PS und 588 Nm verängstigte 285er-Hinterreifen im in Rauch aufgehen. Über ein hinterachsgelagertes Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxlebauweise, wie es etwa auch im Porsche 928 zu finden war, erreicht die Kraft die Pneus. Erreicht aber zu viel des Guten die 20-zölligen Rundlinge achtern, so befleißigt sich das Transaxlesystem, wieder einen Teil der Leistung nach vorn zu schicken. Temporärer Allradantrieb mit geschmiedeten Aludreiecksquerlenkern vorn und Mehrlenkerachse hinten, nur um auf dem Kurs allzu wildem Übersteuern zuvorzukommen. Wie eine Rundenzeit von 7:26.7 min auf dem Nordschleife des Nürburgring belegt, funktioniert dieses System tadellos – und düpiert damit manchen Fahrer alteingesessenen europäischen Sportwagenbaus.

Nissans Mutbeweis zu Ecken und Kanten

Entgegen dem Trend zu abgelutschten Formen präsentiert sich der GT-R erfrischend kantig und dominant, doch nicht ungeschlacht gezeichnet. Jedes Karosserieteil ist mit rasiermesserhafter Schärfe aufgeladen, man beachte nur den kraftvollen Türfalz oder die dolchspitzen, lang auslaufenden Scheinwerfer. Befänden sich nicht Stoßstange samt Nummernschild besänftigend im aggressiv aufgerissenen Grillschlund, wäre das Anschauen des GT-R vermutlich als jugendgefährdend eingestuft. Leichte Einbußen muss aber das Heck verzeichnen, die kreisrunden Heckleuchten hätten konsequenterweise etwas Eckigem weichen müssen. Doch sollte davon ausgegangen werden, dass es der brutale Heckflügel ist, der die Blicke auf sich zieht.

GT-R Cockpit – Alles da, wo’s hingehört

Beim Interieur gibt sich der Nissan nicht so brandstifterisch wie außen. Sein sehr aufgeräumtes und übersichtliches Design hilft dem Lenker des GT-R bei der Orientierung über die Knöpfchen zur Einstellung der Fahrprogramme von bretthart bis butterweich und den zugehörigen Anzeigen wie G-Meter, Bremskraft und Lenkeinschlag. Aluapplikationen an Mittelkonsole und Schaltwippen erfreuen Hand und Auge, ein die Notrückbank trennender Lautsprechermonstrum erledigt die Rückenmassage. Der größte Spaß für den glücklichen Besitzer dieses mindestens 82.000€ teuren NIssan-Geschosses dürfte nach sinnlichem Druck auf den roten Starterknopf darin liegen, den GT-R auf Messers Schneide in Richtung Sieg zu treiben.