GM behält Opel

Magna und Sberbank raus aus Rüsselsheim

Opel bleibt deutsch mit amerikanischem Mutterkonzern. Der Opel-Verkauf an den österreichischen Zulieferer Magna und seinen Partner, die russische Sberbank, ist vom Tisch.

GM behält OpelOpel Emblem ©flickr / mueritz

General Motors will die Opel-Sanierung selbst durchführen. GM-Chef Fritz Henderson bezifferte die dazu nötigen Gelder auf drei Milliarden Euro. Die Entscheidung, Opel nun doch nicht abzustoßen, stamme vom 13-köpfigen GM-Verwaltungsrates unter der Leitung des 68-jährigen Edward Whitacre Jr., erklärte der US-Automobilkonzern am Dienstagabend in Detroit. Bis gestern war davon auszugehen, dass der österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der ihn unterstützenden russischen Sberbank die Aktien-Mehrheit in Form von 55 Prozent an Opel bekommen würden. Auch GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster war bis zuletzt davon überzeugt; eine derartige Meinungsänderung des höchsten GM-Gremiums erwog er nicht.

EU-Kommission interveniert mit zweifelhaftem Erfolg

Dass in Detroit ein derart heftiger wie unerwarteter Umschwung geschah, dürfte auch durch die letzte Intervention der EU-Kommission begründet sein. Die äußerte massive Vorbehalte an dem dem Opel-Käufer von der Bundesregierung zugesagten staatlichen Zuschuss. Brüssel befand diese Zusicherung für zu stark gebunden an die Entscheidung, dass Magna den Opel-Zuschlag erhalte und sah das als Wettbewerbsverzerrung. GM wurde geraten, den Deal nochmals zu überprüfen. Während die Amerikaner in Detroit weitere Beratungen anberaumten, gab die deutsche Regierung dem Druck aus Brüssel nach und versicherte Unterstützung einem jeden Interessenten. Der Opel-Mutter also auch.

Opel de facto sicher

Opel de facto so stets aufzufangen, dürfte denjenigen Mitgliedern des Verwaltungsrats gut zu Pass gekommen sein, die Opel sowieso nur ungern in die Hände des unter starker russischer Mitsprache stehenden Konsortiums gegeben hätten. Henderson ist sich der Annahmen seines den zuständigen Regierungsstellen zu präsentierenden Sanierungsplanes sehr sicher und geht ferner fest davon aus, die nötigen finanziellen Mittel in Europa problemlos zu bekommen. GM schätzt die aktuelle Entscheidung als beste für Kunden, Angestellte, Zulieferer und Autohändler ein. Sie stelle das stabilste und kostengünstigste Konzept dar, die Zukunft von Opel und dem britischen Autohersteller Vauxhall auf lange Zeit zu garantieren. Zudem sucht der GM-Boss wegen der monatelangen Verhandlungen um Vergebung: „Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war.“