Maybach 62 Facelift

Gibt Mercedes Maybach noch eine Chance?

Das Maybach 62-Facelift, das auf de Auto China 2010 präsentiert wurde, ist zwar gefällig, doch nicht sonderlich spektakulär ausgefallen. Interessanter ist ohnehin, wie lange Mercedes Maybach noch aufrechterhält.

Maybach 62 FaceliftMaybach 62 ©UnitedPictures

Ob das Maybach 62-Facelift am schweren Stand der Luxusauto-Marke etwas ändern kann, scheint derzeit unwahrscheinlich. Als Mercedes Maybach im Jahr 2002 wiederbelebte, galt es den klassischen Konkurrenten Rolls Royce (in BMW-Hand) und Bentley (Volkswagen) entgegen zutreten. Doch nach wirtschaftlich katastrophalen Jahren könnte der Griff nach den Sternen für den Stern aus Stuttgart bald vorbei sein, mutmaßen einige Insider. Bentley-Fahrzeuge verkauften sich in den letzten Jahren im Gegensatz zu den Maybach-Autos prächtig, was primär an der breiter gefächerten Modellpalette mit günstigeren Einstiegsautos liegt.

Maybach 62 technisch nicht mehr auf dem neusten Stand

Der neue Maybach 62 bringt zudem zu wenig frischen Wind ins Angebot: Diverse Fahrassistenzsysteme, die in der aktuellen Mercedes S-Klasse ohne weiteres zu bekommen sind, gibt es für das Maybach-Auto weder für Geld noch gute Worte, da es noch auf der alten S-Klasse basiert. An den Motoren wurde nur der Verbrauch reduziert, die Kraft der V12-Triebwerke stieg nur in den S-Versionen:

  • Maybach 57 und: 550 PS; 15,0 l; 
  • Maybach 57 S: 630 PS; 18,0 l ; 4,9 s 0-100 km/h; Vmax 275 km/h
  • Maybach 62 S: 630 PS; 18,0 l ; 5,1 s 0-100 km/h; Vmax 250 km/h

Warum schenkt Mercedes-Maybach Zeit?

Mit dem Maybach 62 Facelift wurde in jedem Fall neue Zeit gewonnen, die, sollte sie dem Ausbau der Modellpalette dienen, in ein spektakuläres Coupe investiert werden sollte: So dürfte eine Serienversion vom unvergessenen Exelero Maybach wieder nach vorne bringen. Ansonsten erlaubte Mercedes Maybach, neue Komfortoptionen ins Programm aufzunehmen: Swarowski-Kristalle für die Sitzkeder, das Flakon-Duftsystem aus dem Sondermodell Maybach Zeppelin und drahtloser Internetzugang klingen zwar wie der rückwärtige 19-Zoll-Monitor zur Beobachtung des Verkehrsgeschehens bei eingetrübter Trennscheibe angenehm, aber nicht wirklich innovativ.