Neuer Audi A8

Limousine soll sportlichste der Luxusklasse werden

Mit dem kürzlich in Miami vorgestelltem neuen Audi A8 will Ingolstadt die starke Konkurrenz aus München und Stuttgart entthronen. Angesichts massiver Kritik in den Foren scheint der Erfolg des Unterfangens fraglich.

Neuer Audi A8Der neue Audi A8 ©UnitedPictures

Der neue Audi A8 ist mit 5,14 m Länge in der Kurzversion, 1,95 m Breite und 1,46 m Höhe gehörig gewachsen und stellt seine Mercedes S-Klasse und 7er BMW damit in den Schatten. Für große Kritik sorgte allerdings auch das völlig unzeitgemäß trotz Spaceframe und – wenig umweltfreundlich Aluminium – abermals gestiegene Gewicht von Audis Flaggschiff. „Vorsprung durch Technik“ dürfte damit nicht unbedingt gemacht worden sein. Zudem ist zunächts kein Hybridantrieb oder sonstige alternative Motorisierung zu haben. Das Einstiegsmodell A8 3.0 TDI mit reinem Frontantrieb hat 204 PS; die stärkeren Varianten A8 4.2 FSI mit 372 PS und 445 Nm, A8 3.0 TDI mit 250 PS und 550 Nm sowie der A8 4.2 TDI mit 350 PS und satten 800 Nm kommen mit dem traditionellen, aber auch gewichtssteigerndem Quattro-Allradantrieb.

Single Frame Grill und LED-Scheinwerfer

Der erneut verbaute Single Frame Grill und die Voll-LED-Scheinwerfer am neuen Audi A8 sorgten  für vielfache Kritik, dass das Exterieur zu wenig Innovationen aufweise und Audi die Chance vertan hätte, für das neue Topmodell eine neue Designlinie zu entwickeln; tatsächlich wirkt der neue Audi A8 eher wie ein Facelift als eine komplette Neuentwicklung. Der Innenraum überrascht mit einem ausfahrbarem und nicht wie inzwischen üblich integriertem Bildschirm für das Navigationsgerät; die Idee der zentralen Analoguhr übernahm Ingolstadt offenbar von S-Klasse oder Bugatti Galibier. Laut Audi-Angaben soll die Verarbeitungsqualität im neuen A8 dem einer Manufaktur gleichen. Die Materialien haben eine grundsätzlich wertige Anmutung aus, teilweise gar futuristisch edel. Ein Großteil der Schalter wirkt jedoch geradezu billig in der wiederum edel erscheinenden Umrahmung.

Audi Sport – Dynamik und Umweltfragen im A8

Dass Audi Sport im neuen A8 groß schreiben will, wirft angesichts des reinen Masse Fragen auf. Zwar kann das automatische Achtstufen-Getriebe auch adrett über Lenkradpaddel gesteuert werden, doch bedeuten mehr Gänge auch stets mehr Gewicht. Was BMW mit Stahlfedern gelang benötigt bei Audi gleich ein Luftfahrwerk mit adaptiver Dämpfung; zudem ist optional ein „Sportdifferiential“ lieferbar. Das im A8 4.2 TDI – wegen des hohen Drehmoments – serienmäßige Differential soll mehr Fahrdynamik bereitstellen. Umweltbelange werden hingegen weit weniger dynamisch angegangen, ein Hybrid ist frühestens gegen Ende 2011 zu haben; eine Start-Stopp-Automatik ist ab Sommer 2010 zunächst nur für den 3.0 TDI mit manueller Schaltung erhältlich. Audi Chef Stadler will nämlich keine Revolution, sondern leise Veränderungen.