Bentley Continental GT Test: Luxus und Power im GT V8

Nobel unterwegs mit dem Continental GT-Einstiegsmodell

Ja, ein Bentley Continental GT bleibt für die meisten Zeitgenossen ein Traum. Doch nach dem Aufwachen stand der ab 136.000 Euro ohne Mehrwersteuer erhältliche Continental GT V8 tatsächlich bereit für einen Test.

Vor dem Bentley Test sind die Erwartungen freilich hoch – neben Rolls Royce und Maybach steht der Hersteller mit dem geflügelten „B“ für Luxus und Fahrkomfort erster Güte. Also, hinein in das in Dragonrot lackierte Allradcoupé. Die schwere Tür schwingt ohne großen Kraftaufwand auf und gewährt einen Blick in den komplett in beluga-grauem und linen-beigen Leder verkleideten Innenraum des Bentley GT. Chrom und mattes Aluminium setzen Akzente. Sitzprobe: Die 14-fach verstellbaren elektrischen Vordersitze erweisen sich als tadellos in punkto Bequemlichkeit – und auch Seitenhalt, wie wir alsbald feststellen. Auf der Rückbank des Bentley Continental GT haben indes nur kurzzeitige oder kurzgewachsene Fahrgäste ihre Freude.

Beim Bentley Test geht’s dynamisch zu

Los geht’s. Der Bentley Continental GT V8 will zum Leben erweckt werden, ein Knopfdruck genügt. Beinah lautlos springt der mit zwei Turboladern versehene 4.0-l-V8 an, was im Innenraum vor allem über den chromgefassten Drehzahlmesser im schwarzen Klavierlack-Armaturenbrett festzustellen ist. Dank der enormen Geräuschisolation und der dicken, rahmenlosen Fenster herrscht beim Bentley Test im Innenraum angenehme Ruhe. Den Griff über die Schulter erspart der Gurtbringer, das Gurtschloss selbst ist mit seiner Lederumhüllung nicht minder komfortabel. Den Fuß von der Bremse, und überraschend leichtfüßig setzt sich das 507 PS starke und 2,3 Tonnen schwere Continental GT Coupé in Bewegung.

Hohe Drehzahlen sind dem Bentley Continental GT V8 fremd

Im Stadtverkehr zeigt sich der Bentley Continental GT trotz seiner cm Länge sehr wendig und macht dank der Rückfahrkamera auch beim einparken keine Probleme. Doch richtig wohl fühlt sich der Continental GT V8 erst auf Landstraße oder Autobahn. Hier bringen die über eine weiten Bereich anliegenden 660 Nm den Bentley rasch auf Tempo, aber nicht auf Touren: Die Achtstufen-Automatik von ZF hält die Drehzahl fleißig im Keller. Performancefeindlich wirkt sich der Automat indes nicht aus, beim Kickdown geht es vom achten dank Block-Shifting auch mal in den fünften Gang, was einen nicht nur flott in Richtung der 303 km/h Spitzengeschwindigkeit bringt, sondern auch für herrliches Gebrüll aus dem Doppelrohr-Auspuff sorgt.

Continental GT-Einstiegsmodell bis ins letzte Detail edel

Beim Bentley Continental Test durfte ferner nicht die Handschalt-Funktion über den massiven Wählhebel oder die Schaltwippen nicht ungenutzt bleiben. Die Gangwechsel gehen hier nicht minder flott als im Automatik-Modus vonstatten, doch warum dann selbst Hand anlegen? Das ist nur nötig, wenn mal wieder kein Tankwart herbei eilt und nach Öffnen des edlen Jewel Fuel Filler Caps literweise Super Plus laufen lässt oder – der Continental GT ist ja kein Chauffeurswagen – der bei 358 Litern Kapazität flache, aber sehr weite Kofferraum zu entladen ist. Doch ist derlei Ungemach  rasch vergessen, sobald der rollende Wellness-Tempel in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 schießt und erst ab Tempo 250 etwas an Vorwärtsdrang einbüßt.