C-Klasse Test: In der Ruhe liegt die Kraft

Unterwegs im Mercedes C 180

Die attraktivste Variante der Mercedes C-Klasse ist zweifellos das C-Klasse Coupé, die praktischste das C-Klasse T-Modell. Was spricht angesichts dessen noch für die C-Klasse Limousine – speziell als zahmer C 180?

C-Klasse Test: In der Ruhe liegt die KraftUnser Mercedes C 180-Testwagen ©Arild Eichbaum

Repräsentativ ist die Mercedes C-Klasse Limousine allemal, gerade in dunkelgrauem Lack mit hellgrauem Lederinterieur. Und das schon in einem C 180!  Doch warum nicht, gönnt sich doch so mancher aus Freude über den ersten Hecktriebler mit Stern ein markantes Extra. Mal reinsetzen, alles wirkt gut verarbeitet und ergonomisch sinnvoll positioniert. Wie allerdings das unlackierte Kunststoffpanel der Mittelkonsole als Avantgarde verstanden werden soll, bleibt uns ein Rätsel – zumal im Radiobereich unseres Mercedes C 180 deutlich ansehnlicherer Klavierlack zu finden ist. Doch sei’s drum, sonst gibt’s am Interieur nichts auszusetzen. Zum Hinsetzen wiederum laden die vorderen Multikontursitze definitiv ein.

Eine Automatik gehört beim C-Klasse Test dazu

Dass sich der Mercedes C 180 keineswegs als Rennwagen gebärdet, versteht sich von vornherein. Doch als Reisewagen für den Herrenfahrer ab Best-Ager-Alter ist die C-Klasse Limousine perfekt: Der 475 Liter fassende Kofferraum nimmt unser bescheidenes Reisegepäck auf, schließt aber unerwartet blechern. Das war’s dann auch mit den festgestellten Unzulänglichkeiten, wir können starten. In einen ordentlichen Benz gehört selbstverständlich eine Automatik, und so freuen wir uns im C 180 über die 7G Tronic. Dass sie im Basismodell der Mercedes C-Klasse ohne Schaltpaddles am der Lenksäule kommt, ist mehr als nahe liegend. Gangwechsel erledigt sie gewohnt unauffällig und hält die Drehzahl im Keller.

An Fahrkomfort lässt es die Mercedes C-Klasse nicht mangeln

Der C 180 erweist sich mit 115 kW/ 156 PS und Nm Drehmoment als uneingeschränkt autobahntauglich. Könige der Überholspur sind freilich andere, doch langt der Output des Vierzylinders locker, um der Masse davon zufahren. 150 Sachen erweisen sich als angenehmes Reisetempo, darüber machen sich der Direkteinspritzer und vor allem der Fahrtwind zunehmend bemerkbar. Das komfortbetonte Fahrwerk der Mercedes C-Klasse Limousine bügelt Unebenheiten gekonnt aus, lässt aber auch nicht von schneller genommenen Kurven außer acht bringen. Braucht man in einem Reisewagen mehr? Überraschenderweise nicht. Und wer Kilometer abreißen will, greift eben zu einem Diesel wie dem C 220 CDI.

Der C 180 ist Genussfahrern sehr zu empfehlen

Unsere Mercedes Probefahrt ist mit dem laufruhigen Benziner, der sich primär an Sonntags- und Wenigfahrer richtet, jedenfalls ein Genuss – entsprechend entspannt kommen wir ins Ziel und sind um eine Erfahrung reicher: Nun erschließt sich, warum der W204 in der Einstiegsmotorisierung C 180 zahlreiche Rentner anspricht: In der Ruhe liegt die Kraft. Folglich fällt unser Fazit vom Mercedes C-Klasse-Test positiv aus – sehr empfehlenswert für alle, die es nicht auf neue Rundenrekorde oder 1000 Kilometer am Stück abgesehen haben.