Testbericht: Ford Transit Tourneo Custom

Der neue Transit Tourneo Custom hat viel zu bieten

Wer viele und vor allem ausgewachsene Personen zu befördern will, braucht einen gestandenen Van auf Kastenwagen-Architektur. Wir fuhren den neuen Ford Transit Tourneo Custom.

Testbericht: Ford Transit Tourneo CustomUnterwegs im neuen Ford Transit Tourneo Custom ©Arild Eichbaum“

Die Passagiere kommen unkompliziert in den Ford Transit Tourneo Custom – nach Öffnen der sehr leicht laufenden Schiebetüren bietet ihnen ein Trittbrett einfachen Einstieg. Fahrer und Beifahrer müssen sich emporziehen, werden im noblen Ford Transporter aber mit prächtigen Einzelsitzen entlohnt. Wegen der hohen Sitzposition eine sensationelle Aussicht. Platz im Überfluss. Und jeder hat eine eigene Armlehne! Eine solche erhält streitvermeidend ganz einfach keiner der maximal sechs Hinterbänkler. Gründe zur Beschwerde bietet ihnen der Fond vom ab Werk umfassend aufgewerteten Ford Kleinbus bei reichlicher Bein- und Kopffreiheit aber keinesfalls. Auch ihr Gestühl kommt mit harter Polsterung, was es für Langstrecken prädestiniert – die Zweifarb-Bezüge sagen indes nach der ersten Minute zu.

Der Ford Van macht es allen Insassen recht

In der opulenten Ford Transit Tourneo Custom Limited-Ausstattung, die sich beispielsweise auch durch diverse lackierte Karosserieteile vom Einstiegsmodell „Trend“ unterscheidet, wird der Ford Van zur Steigerung des Wohlbefindens abgekühlt – nicht nur vorn, sondern auch für die zweite und dritte Sitzreihe ist eine Klimaanlage an Bord. Die Temperatur können die Reisegäste der Ford Transit-Luxusvariante am Bedienelement im Dachhimmel, wo auch einige der Ausströmer untergebracht sind, selbst wählen. Soll der Transit seiner anfänglichen Bestimmung – er war ja mal als Ford Nutzfahrzeug konzipiert worden – gemäß als Lieferwagen genutzt werden, können Reihe zwei und drei kinderleicht und quasi selbsterklärend verrückt, umgeklappt, zusammengefaltet oder gleich ganz ausgebaut werden.

In punkto Sportlichkeit versagt der Ford Transit Tourneo Custom

In Sachen Fahrdynamik war der titangraue Transit Tourneo Custom erwartungsgemäß nicht der richtige Ansprechpartner. Dies war sowohl dem deutlich komfortbetont ausgelegten Fahrwerk, als auch dem mit 92 kW/ 125 PS und 350 Nm Drehmoment nicht überragend starken 2.2 TDCI-Turbodiesel zuzuschreiben war. Ersteres bewirkte – auch im Verein mit der 202 cm hohen Karosserie – merkliche Seitenneigung, doch generell ist der auf den gemütlichen Personentransport kreierte Ford Transit fürs Kurvenräubern genauso wenig gedacht wie ein betagter Rolls-Royce. Der Ford TDCI-Selbstzünder überzeugte insgesamt mit ruhigem und leisem Lauf, störte beim Beschleunigen aber durch lautstarkes Brummen. Vollends, und zwar konkret dank Leichtgängigkeit, präziser Führung sowie äußerst ergonomisch postiertem Schalthebel begeisterte das Sechsgang-Handschaltgetriebe.

Als Tourneo Custom ist der Transit eine gute Wahl

Ergebnis vom Ford Transit Test: Wer nicht genug Platz bekommen und einem höheren Niveau an Fahrdynamik entsagen kann, ist mit dem makellos verarbeiteten und wirklich von vorn bis hinten durchdachten wie vielfältig einsetzbaren Transit Tourneo Custom mit serienmäßigen 16-Zoll-Alus optimal bedient. Der Praxisverbrauch erwies sich trotz Rücksichtnahme auf die Gangwechselanzeige mit durchschnittlich 8,9 Litern wesentlich höher als die NEFZ-Angabe von 7,3, doch kam das nur wenig überraschend. Da das Konzept vom Luxus-Transit aber stimmt und der NEFZ-Verbrauch ohnehin unrealistisch ist, sprechen wir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus.