Geschichte der Automarke Rover

Rover seit 2008 unter Aufsicht von Tata-Motors

Das erste Fahrzeug mit dem Namen Rover baute 1884 der Engländer John Kemp Starley, der ursprünglich Nähmaschinen entwickelt hatte.

Dieser Rover war ein dreirädriges Laufrad. Im Laufe des Jahres 1884 gibt Starley allen in seiner Firma J.K. Starley & Sutton Co hergestellten Rädern den Namen Rover. Ab1885 führt Starley die Firma allein und nennt sie J.K. Starley & Co. Jetzt bringt er eine absolute Neuheit auf den Markt: Ein Zweirad, das vorne und hinten gleich hohe Räder hat und mit zwei Pedalen und einer Kette angetrieben wird. Ein Jahr später sind alle Skeptiker des anfangs belächelten Fahrrads überzeugt, dass sich dieses Gefährt durchsetzt und es wird am Markt eingeführt.

Vom Fahrrad zum Automobil

1896 werden so viele Fahrräder produziert, dass John Kemp Starley seine alte Firma liquidiert und eine neue gründet, die er nach seinem Produkt benennt: die Rover Cycle Company. Die Firma macht so viel Umsatz, dass sich John Kemp Starley sorglos um Neuentwicklungen kümmern kann. Er will ein Motorrad und später auch einen Motorwagen bauen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Er stirbt 1901 im Alter von 46 Jahren, nachdem er begonnen hatte, ein Fahrrad zu motorisieren. Die Firma wird von den Direktoren weitergeführt und der Sohn Starleys, wird stellvertretender Werkleiter. Man produziert das erste Rover Motorrad. 1903 beginnt Rover mit der Entwicklung eines kleinen Motorwagens.

Start mit dem Rover Eight

1904 kommt das erste Rover-Automobill, der Rover Eight auf den Markt. 1905 folgt der Rover Six. Zwischen 1908 und 1911 wird der Rover 15 verkauft. Schließlich stellt Rover die Produktion ziviler Fahrzeuge ein und nimmt sie erst nach dem ersten Weltkrieg wieder auf. Aufgrund hoher Verluste infolge der Wirtschaftskrise stellt sich Rover Anfang der 30er Jahre auf die Herstellung von Kleinwagen um. Der Vierzylindermotor wird durch einen 1,6-Zylinder-Antrieb ersetzt. 1936 hat sich Rover erholt und wird von der englischen Regierung als eins der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes in ein Programm einbezogen, das solche Unternehmen im Falle eines Kriegsausbruchs vor Schäden schützen soll.

Der Land-Rover

Während des zweiten Weltkrieges produziert Rover für England Flugzeugteile. Nach Kriegsende beginnt die Entwicklung des Land-Rover, der in späteren Jahren einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. 1967 fusioniert Rover mit Leyland. Nach der Verschmelzung mit weiteren Automobilfirmen wird das Unternehmen kurz British Leyland genannt. Rover ist nun nur noch eine von vielen Marken dieses Firmenzusammenschlusses. In den 80er Jahren kooperierte das britische Unternehmen mit Honda. 1994 wurde es von BMW übernommen. Im Jahr 2000 sicherte sich Ford die Rover-Rechte und übernahm die Marke Land-Rover, um sie später wieder zu veräußern. Seit 2008 ist der indische Automobilproduzent Tata-Motors in Besitz der Rover-Markenrechte.