Geschichte der Automarke Skoda

Skoda im Automobilkonzern Volkswagen

Die Škoda-Werke gehören zu den ältesten Autofabriken der Welt. Bereits 1895 gründeten der Mechaniker Václav Laurin und der technikbegeisterte Buchhändler Vaclav Klement im tschechischen
Jungbunzlau (Mladá Boleslav), das damals zum Kaiserreich Österreich-Ungarn gehörte, eine Fahrradwerkstatt.

1896 wurde sie als „L&K – erste Jungbunzlauer Fahrradfabrik“ ins Handelsregister eingetragen. Derzeit bestand das gesamte Personal des Unternehmens aus einem Lehrling. 1897 wurde von L&K das erste gebrauchsfähige Motor-Zweirad Europas gebaut. 1899 war L&K der größte Fahrradhersteller des Landes. Im gleichen Jahr nahm die Firma die Serienproduktion von Motorrädern auf, die bis nach England exportiert wurden und durch zahlreiche Rennsiege ihren guten internationalen Ruf begründeten.

Die ersten Automobile von Škoda

1906 startete das Werk in Jungbunzlau mit der Automobilfabrikation. Václav Laurin wurde technischer Direktor und Václav Klement leitete die 1907 gebildete L&K-Aktiengesellschaft als Generaldirektor. Damals nahm das Werksgelände von L&K bereits 16.700 Quadratmeter ein und in den folgenden zehn Jahren sollte es noch auf eine Größe von 31.000 Quadratmetern anwachsen. Dem Bau des ersten PKW folgte eine wahre Produktexplosion. Schon bald bot die Firma neun verschiedene Fahrzeugmodelle, von der motorisierten Familienkutsche über den Omnibus bis zum Rennwagen, an. 1913 übernahm L&K die Reichenberger Automobilfabrik und produzierte in beiden Werken. Die L&K AG wuchs zum größten Automobilproduzenten des Österreich-ungarischen Kaiserreichs und exportierte in die ganze Welt. 1925 fusionierte L&K mit Škoda aus Pilsen und Václav Laurin war ab sofort, bis zu seinem Tod 1930, technischer Direktor der Škoda-Werke. Die Produktpalette des Automobilherstellers war inzwischen um Lastkraftwagen, Flugzeugmotoren und landwirtschaftliche Maschinen erweitert worden. In den dreißiger Jahren war Škoda mit Kleinwagen wie Favorit und Rapid sehr erfolgreich. Der Škoda Popular entwickelte sich zum tschechischen Volkswagen. Während des böhmisch-mährischen Protektorats der Deutschen im zweiten Weltkrieg wurde die zivile Automobilproduktion der Škoda-Werke offiziell eingestellt. Insgeheim arbeitete man jedoch an der Entwicklung zukunftsweisender PKW-Modelle weiter.

Škoda nach dem zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Škoda-Werke in Mladá Boleslav fast völlig zerstört. Später fand die Entwicklung der neuen PKW-Modelle zentral in Prag statt. Die Produktionsstätten in Mladá Boleslav wurden wieder aufgebaut und in den Nachkriegsjahren, sowie in den Sechzigern und Siebzigern entstanden bei Škoda vor allem populäre, sportliche Kleinwagen, die zu den modernsten PKW Osteuropas zählten. Dazu gehörten der S 1000 MB (MB stand für Mladá Boleslav), der Škoda-Oktavia, der S 100 und der 120 SL. Infolge der politischen Umwälzungen nach 1989 suchte man einen Weg, Škoda weiterhin am internationalen Markt zu etablieren und es kam zum Zusammenschluss mit VW. Heute zählen die Škoda-Werke etwa 10.000 Beschäftigte. Jährlich werden mehr als 40.000 Fahrzeuge produziert.