Wann sollte ein Zahnriemenwechsel erfolgen und wieviel kostet er?

Reißt der Zahnriemen, ist der Motor oft ein Fall für den Schrott

Der Zahnriemen stellt nicht nur sicher, dass der Motor korrekt läuft, sondern auch, dass bei seinem Reißen in vielen Fällen immense Reparaturkosten zu entrichten sind. Deshalb sollte ein Zahnriemenwechsel nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Wann sollte ein Zahnriemenwechsel erfolgen und wieviel kostet er?Zahnriemenwechsel ©flickr /

Wann ein Zahnriemenwechsel durchgeführt werden sollte, ist weniger nach einem Blick auf Laufleistung als vielmehr aufs Fahrzeugalter festzustellen: Der Zahnriemen, in seinem Aufbau aus Gummi und Gewebe einem Autoreifen ansatzweise ähnlich, altert wie ein Pneu mit der Zeit. Dabei ist es völlig unerheblich, ob er nun 12.000 oder 60.000 Kilometer genutzt wurde – nach fünf Jahren ist ein neuer Riemen einbauen zu lassen. Wird die im Bordbuch für einen Riementausch empfohlene Laufleistung vorher erreicht, ist eben vorher eine Werkstatt aufzusuchen. Auch wenn der Zahnriemen noch so gut aussieht, er ist eine tickende Zeitbombe: Reißt er, treffen schlimmstenfalls Kolben und Ventile bei mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute konstruktionsbedingt aufeinander und metzeln sich gegenseitig nieder – es sei denn, Sie fahren einen sogenannten Freiläufer, bei dem dieses Horrorszenario nicht passieren kann. Eine beachtliche vier- wenn nicht gar fünfstellige Summe ist für die Motorreparatur oder gar einen -austausch fällig. Ein neuer Zahnriemen ist nichts dagegen.

Beim Zahnriemenwechsel Spann- und Umlenkrollen gleich mit tauschen

Zeigt der Zahnriemen bei einem Blick unter die Haube als Querrisse auf der Riemenrückseite,
Teilrisse oder altersbedingte Risse oder Laufspuren und Längsrillen auf Riemenzähnen, so ist sofort ein Zahnriemenwechsel fällig. Auch abgeriebene Kanten der Riemenzähne durch nicht parallel oder unwuchtig laufende Scheiben oder Lagerschäden sind Anlass für eine unmittelbaren Aufenthalt in der Kfz-Werkstatt. Hat zu hohe Riemenspannung das Gewebe in den Stegen verschlissen? Sind abgescherte Zahnflanken, durch falsche Spannung angebrochene Zahnfüße, eine festsitzende Spannrolle festzustellen? Richtig – Werkstatt! Beim Zahnriementausch sollten die Spann- und Umlenkrollen gleich mit gewechselt werden, da nicht damit zu rechnen ist, dass diese bei den ohnehin langen Wechselintervallen im oberen fünfstelligen Kilometerbereich mit doppelter Lebensdauer aufwarten können. Ohnehin ist es nur ein Arbeitsschritt, Spann- und Umlenkrollen mit zu tauschen. Auch ein Tausch der Wasserpumpe ist, da am gleichen Platz, zur Einsparung spätere Reparaturkosten zu erwägen.

Kostenfrage: Was treibt der Zahnriemen alles an?

Den nicht unkomplizierten Zahnriemenwechsel empfehlen die Autohersteller, in einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen, da Spezialwerkzeug erforderlich ist und spezielle Anzugsdrehmomente der Zahnriemen-Komponenten einzuhalten sind. Die Zahnriemen-Kosten für den Wechsel hängen weniger vom Riemen an sich ab – der ist nämlich eher preiswert – als vielmehr von den Arbeitsstunden: Wie gut ist der Zugang zum Motor? Ist dieser gar aus dem Auto zu entfernen? Oder langt es, „nur“ Kühler und Frontpartie zu entfernen? Bestenfalls muss sich der Mechaniker nur in den Motorraum beugen. Weiterhin entscheidend auf die Kostenfrage wirkt sich die Anzahl der Nockenwellen aus: Ebenfalls häufig durch Zahnriemen angetrieben, müssen diese bei dessen Wechsel neu eingestellt werden, damit der Motor rund läuft. Es leuchtet ein, dass dieser Vorgang bei einem kurzen Riemen, der nur eine Welle steuert, weniger Zeit in Anspruch nimmt als bei zwei oder gar vier Nockenwellen. Eine pauschale Kostenangabe lässt also nicht machen.