Die Klimaanlage im Auto: Funktion und Wartung

Ohne ausreichend Kältemittel können Sie nicht cool bleiben

Im Sommer darf es im Auto angenehm kühl sein? Recht so, das steigert erwiesenermaßen die Sicherheit. Doch dazu bedarf es einer tadellos gewarteten Klimaanlage.

Die Klimaanlage im Auto: Funktion und WartungLuftführung in der Mercedes C-Klasse ©2014 Daimler AG

Die Funktionsweise einer Klimaanlage im Auto ähnelt im Wesentlichen der des heimischen Kühlschranks: Das in einem abgeschlossenen Kreislauf und unter Hochdruck stehende flüssige Kältemittel wird durch ein Expansionsventil in den im Gebläsekasten hinterm Armaturenbrett platzierten Verdampfer eingespritzt, kann sich ausdehnen und changiert in einen gasförmigen Aggregatzustand. Das Expansionsventil ist folglich der Punkt, wo sich das Kältemittel in den Verdampfer entspannt und diesen abkühlt. Das Kältemittel siedet deutlich unter 0°C und verdampft so schon bei niedrigen Temperaturen. Die zu kühlende Luft für den Innenraum wird nun außen an den Lamellen des Verdampfers im Gebläsekasten vorbeigeleitet. Die zur Verdampfung vom Kältemittel nötige Wärme im Verdampfer wird der vorbeifließenden Luft entzogen und kühlt diese stark ab. Die abgekühlte und durch gleichzeitige Kondensation getrocknete Luft wird nun über die Ausströmer in den Fahrzeuginnenraum geleitet. Das an den Verdampferlamellen entstandene Kondenswasser führt ein Schlauch nach außen ab.

Der Kompressor setzt das Kältemittel unter Druck

Das im Verdampfer gasförmig gewordene Kältemittel strömt nun zum Kompressor. Dieser transportiert es durch den Systemkreislauf. Der meist vom Automotor durch einen Riemen angetriebene Kompressor saugt das gasförmige Kältemittel an und komprimiert es auf rund 15 bar, wobei die Temperatur des Kältemittels auf etwa 56°C klettert. Anschließend wird das Kältemittel in einem Kondensator wieder heruntergekühlt. Weil dem Kältemittel beim Verflüssigen Wärme entnommen wird, hat der Kondensator diese abzuleiten. Deswegen ist er üblicherweise vor dem Fahrzeugkühler im Fahrtwind stehend montiert und ähnelt diesem in Optik und Größe. In der Regel wird dieser durch einen Lüfter ergänzt, um z.B. bei Stau die nötige Wärmeabfuhr an die Außenluft zu gewährleisten. Bevor das Kältemittel nun wieder in den Verdampfer strömt, wird es in einem Filtertrockner von eventuell eingeschleppter Feuchtigkeit und Verschmutzungen wie Abrieb aus vom Kompressor befreit. Das gesäuberte und verflüssigte Kältemittel gelangt nun wieder zum Expansionventil und von da aus in den Verdampfer, wo sich der künstliche Kreislauf von Verdunstung und Kompression fortsetzt.

Lassen regelmäßig Ihre Klimaanlage warten!

Wenn Sie bei der Wartung Ihrer Klimaanlage auf Nummer sicher gehen wollen, ist ein  zweijährlicher Klimaservice in einem Fachbetrieb unumgänglich: hier wird nicht nur das System auf Dichtigkeit kontrolliert, sondern auch gegebenenfalls Schmieröl für den Kompressor und Kältemittel – egal ob R134 oder R1234yf – nachgefüllt. Denn pro Jahr verliert das System bis zu zehn Prozent an Kältemittel. Der schleichende Verlust kann zum Defekt des Kompressors führen. Bei einem durch Kältemittelverlust hervorgerufenen Kompressorschaden können die Kosten für eine Instandsetzung der Klimaanlage über 1.000 Euro betragen. Wenn die Kühlufft muffig richt, ist eine Desinfektion nötig. Dazu fließt ein Spezialmittel durch das gesamte Lüftungssystem und entzieht Bakterien und Schimmelpilzen den Nährboden. Außerdem gehört es beim Warten der Klimaanlage dazu, den Pollenfilter zu wechseln. Er verhindert, dass jedwede Pollen, Ruß und Feinstaub über die Kühlluft in den Innenraum Auto gelangen. So bleiben Augen und Atemwege von größeren Reizungen verschont, wovon besonders Allergiker profitieren.